Schlagzeug (AT)

„Wir sind ja nicht mehr Rock ’n’ Roll.“ „Nee. Wir sind schon meta.“
Mit 16 beginnt jeder Gitarre zu spielen. Viele, die nicht nach einer Woche aus lauter Frust aufgeben, geben nach zwei Wochen aus lauter Frust auf. Aber die, die dran bleiben, geben erst nach einem halben Jahr auf oder werden so mittelgut. Und einige wenige – einige wenige – verändern eine Generation. Für die singt dann der Chor der Millionen, in diesem Stadion, das zu meinem Wohnzimmer geworden ist. Und gerne würden wir auch da oben stehen. Doch dafür ist es jetzt wohl zu spät. Und so fragen sich die beiden Helden dieses Abends gar nicht erst, warum sie es nicht geschafft haben. Vielleicht sind wir nicht gut genug für die großen Hallen – und vielleicht hapert es auch an der Optik. Aber für einen gelebten Traum reicht es allemal. Schließlich machen wir Theater. Also noch mal das volle Programm – kurz vor dem Ende der Popmusik. Was kann ein Lied? Warum immer wieder Liebe? Wer steht da oben? Wer da unten? Und hat das irgendwas mit Politik zu tun?

„SCHLAGZEUG (AT)“, eine Rock-Oper für ein Schrottschlagzeug und einen beweglichen Keyboard-Wagen. Ein mittelguter Musikabend.

Ein Projekt von und mit der Gruppe FUX (Nele Stuhler, Stephan Dorn und Falk Rößler)

Das Kapital ist nicht genug

Das Kapital ist flächendeckend aber unsichtbar. Man kann es nicht anfassen, nicht aus dem Fenster werfen, nicht sezieren, nicht umverteilen, nicht am Abend besuchen, nicht riechen, nicht aufessen, nicht wiederkriegen. Aber vielleicht kann man es von schräg hinten ansehen, wenn’s durch die Luft fliegt. Wir haben nicht ewig Zeit, der Apparat läuft immer weiter, jede Form von Kritik wird inkludiert. Deswegen müssen wir in einer Nacht-und-Nebel-Aktion noch einmal die Archive öffnen. Die anderen erledigen den Rest.

Lecture-Performance von und mit Till Breyer und Philipp Scholtysik.

Money Talks. Im Schatten der Türme

Dämmerung – der Schädel schmerzt, das Gedächtnis zeigt beängstigende Lücken. Alltag im Leben des heruntergekommenen Privatdetektivs Spencer Lux. Doch plötzlich klingelt das Telefon und auf eine Nacht, an die er sich nicht erinnert, folgt eine, die er nie vergessen wird.

Money Talks ist eine Tour durch Frankfurts Osten, eine Mischung aus immersive theatre und audiowalk im Stil des film noir. Die Teilnehmer*innen erleben die Geschichte aus der Perspektive der Hauptfigur Spencer Lux.
Ausgestattet mit einem mp3-Player mit Off-Stimme des erzählenden Ermittlers und Soundtrack streifen Sie durch die Frankfurter „Unterwelt“ auf der Suche nach der verloren gegangenen Erinnerung der letzten Nacht. Bald wird klar, dass hier nicht gegen irgendeinen Verbrecher ermittelt wird, sondern gegen die Basis unserer Realität: das Geld.
Gehen Sie auf die Suche. Treffen Sie auf obskure Orte, skurrile Gestalten und kommen Sie einer Macht auf die Spur, die jede Faser unseres Daseins durchdringt. Part mystery, part theory, parts missing.

Konzept und Performance: Arty Chock

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Falls diese Vorstellung beibehalten wird

Stellen Sie sich vor, irgendwer hört dem zu, wie Sie selbst irgend etwas erzählen und wie Sie selbst oder irgendwer zuhört, während Sie selbst oder irgendwer irgendetwas erzählt.
Das ist es, wie das Leben gelebt wird, die Art, das ist es, was einen jeden zu dem macht, der er ist, was er ist, selbstverständlich bewirkt es das, denken Sie bloß an Ihr Leben, wie es wirklich ist. Sie hören immer jemandem zu und Sie erzählen immer jemandem oder irgendwem etwas. Das ist Leben, die Art, wie es gelebt wird.

Ein Projekt von Daniel Schauf, Carolin Millner, Philipp Scholtysik, Bettina Földesi, Nils Wildegans, Maylin Habig (Kostüm), Hendrik Borowski, Hannah Brown (Assistenz), Jost von Harleßem (Video).

Zwofadolei*

Eine Zwofadolei ist ein Zweifamilienhaus mit Doppelleitung. Im Niddatal stehen viele davon.
Sie wurden gebaut für Personen am Existenzminimum und andere neue Menschen die unterwegs waren in eine neue Ära. Eine neue Ära der Gemeinsamkeit und Menschlichkeit. In ein neues Leben voll von Licht, Luft und Sonne, wo Variabilität noch die Gefahr von Anarchie in sich birgt.

Eleonora Herder, Sabine Born und Anna Schewelew machen sich 90 Jahre nach der Planung des „NeuenFrankfurts“ auf die Suche nach diesem neue Frankfurter. Sie besuchen ihn in den Einfamilienhäusern der Römerstadt und den Sozialwohnungen von Westhausen. Sie treffen Personen, die in Ernst Mays Gebäuden zum Teil schon seit Generationen wohnen und untersuchen, wie viel von Ernst Mays Modellelben sich in den Bewohnern seiner Häuser noch wiederfindet.

Konzept und Leitung: Eleonora Herder
Dramaturgie: Anna Schewelew
Bühnenbild: Sabine Born
Performance: Eleonora Herder & Maria Isabel Hagen
Interface: zentralwerkstatt / Fabian Offert