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Der 10. Juni 2016

“Die Tagesschau ist keine Sendung, sondern pure Gewohnheit. Die kann man auch in Latein verlesen.” (Helmut Thoma, ehem. Geschäftsführer RTL)

20 Uhr in Deutschland: 10 Mio. Menschen schalten ein zur beliebtesten deutschen Nachrichtensendung. Zeitgleich inszeniert “Der 10. Juni 2016” mit Live-Texten der Tagesschau die Nachrichten: die Tagesschau als Tages-Show. Dazu der Alltag eines Kleinstadt-Idylls. Zwischen Weltgeschehen und Lokalfernsehen, zwischen Wiederholung und Original entsteht ein rissiges Ritual, “in dem sich Musikbühne und Dokumentartheater zu einer Feier und Dekonstruktion zugleich eines der großen Medienmythen unserer Zeit zusammentun” (theater heute). Und am Ende das Wetter.

Video-Techno-Oper von und mit
Benjamin Bascom, Daniel Degeest, Jakob Engel, Gal Fefferman, Josephine Hans, Sabeth Lux, Jonathan Penca, Werner Schneider, Charlotte Simon, Astrid Smits, Jan Philipp Stange, Julia Straßer, Heiko Stubenrauch und Nils Wildegans

Eine studioNAXOS-Produktion in Zusammenarbeit mit der HfMDK, der HTA und dem Körber-Studio.

blind date: Kunst macht Widerstand Vol. 2: Grenzen der Kritik

Die Reihe blind date geht in die zweite Runde. Die Regeln sind gleich: Eine theoretische Position trifft eine vorher geheime künstlerische Position. 2015 wird die Reihe hinsichtlich der „Grenzen der Kritik“ zugespitzt: Wie steht
es um Kritik an oder mit Kunst, wenn unklar ist, wo die Grenzen der Kunst und der Kritik verlaufen? Von wo aus lässt sich überhaupt Kritik formulieren? Der erste Abend fragt nach den Grenzverschiebungen dessen, was etwa Theater oder Repräsentation ist: Bewegen wir uns weg vom visuellen Register hin zu einem akustischen? Der zweite Abend befragt die Kritik an fixierten Identitäten: Wo schlägt diese
in ihr Gegenteil um und sichert ggf. den bestehenden (Theater-)Apparat?

22. November 2015, 18 Uhr:
Julia Naunin (Theatre Studies, Frankfurt) meets Performance Artist X
The Sound of a Displacement: From the Visual to the Acoustic

29. November 2015, 18 Uhr:
Danae Gallo Gonzalez & Johanna Fernández Castro (Cultural/Gender Studies, Gießen) meet Performance Duo X
On Hegemony and Conservation: Struggles of constructed Identities

Kuratiert von: Heiko Stubenrauch, Matthias Rudolph, Leon Gabriel

Hinweis: Die Arbeitssprache ist English, Dauer jeweils 2h.

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Neue Musik

Die Komponisten Tobias Hagedorn, Björn Fischer und Richard Millig gestalten einen Barabend in der Naxoshalle. Dazu laden sie Freunde ein, die Platten auflegen und Neue Musik auf ihren Instrumenten spielen. Sie reden über Musik. Sie legen Platten auf. Sie nehmen ein Instrument in die Hand. Es musiziert. Es kommen Freunde dazu, die Platten auflegen. Über Musik reden. Es treffen Menschen ein, die NEUE MUSIK auf ihren Instrumenten spielen. Sie wechseln sich ab. Sie treffen sich an der Bar von studioNAXOS.

Werke von Edisson Denissov, Amit Gillutz, Helmut Lachenmann, Richard Millig, Toru Takemitsu und Bernd Alois Zimmermann werden von DJ Ferdinger umrahmt (oder umgekehrt).

Nach Ende des Neue-Musik-Programms bringt Ferdinger die Platten zum glühen.

Es spielen Dana Barak (Klarinette), Elias Schomers (Violoncello) und
Jonathan Weiss (Querflöte).

In Zusammenarbeit mit dem Institut für zeitgenössische Musik (IzM).

Wo stehst du, Kolleg*in?

An die „Parteilosen“ Künstlerkollegen: Eine große Anzahl von Kollegen beschimpfen meine Bilder und die Werke meiner Kollegen, die sich, wie ich, für eine Kunst im Dienste des Volkes entschieden haben, als Agitationskunst. Diese Kollegen tun so, als sei ihre Kunst frei von Agitation für eine bestimmte Klasse. Sie gehen von einer über den Klassen schwebenden Kunst aus, die es nicht geben kann!
(aus: Jörg Immendorff, An die „Parteilosen“ Künstlerkollegen)

Wo stehst du, Kolleg*in? – Unter diesem Titel ermöglicht studioNAXOS insgesamt vier regionalen Künstler*innen/Gruppen jeweils eine zweiwöchige Arbeitsphase mit anschließender Präsentation: 4 szenische Skizzen, 4 mal 20 Minuten, keine großen Umbauten. Ausgangs- und Bezugspunkt bildet dabei das Anfang der 70er entstandene Bild von Jörg Immendorff mit der Frage: Wo stehst du mit deiner Kunst, Kollege?

Teilnehmende Gruppen/Künstler*innen: Eleonora Herder, Maria Isabel Hagen und Alla Poppersoni // ongoing project // Mouchacha // Deller & Skurski

http://www.ongoing-project.org/

https://mouchacha.wordpress.com/

STANDARDMAßNAHME Begegnungen mit dem Apparat

Der Apparat arbeitet: Die Scheinwerfer leuchten. Der Apparat arbeitet: Und verdunkelt die Zusammenhänge. Der Apparat nimmt dich in Gewahrsam: Lass‘ dir die Ordnung gefallen. Der Apparat braucht keine Zeugen, er handelt mit deinem Einverständnis. Hinter den Kulissen vollziehen die Züge ihre Bewegungen und greifen ein. Ist der Standard gesetzt, führt jede Maßnahme zu einer weiteren Maßnahme. Also doch wieder Furcht und Mitleid? Schutz und Rettung? Oder Recht und Gesetz?

Das Ereignis hat stattgefunden, hier findet die Wiederholung statt. Mit der Standardmaßnahme unternehmen Arty Chock jene gewisse unmögliche Möglichkeit, davon zu sprechen. Denn nichts zu vermögen, heißt noch lange nicht zu kapitulieren. Die Straßenszene: episch, möglicherweise.

Von & Mit: Fanti Baum, Anna Berger, Jos Diegel, Tim Schuster | Idee: Fanti Baum, Tim Schuster | Sound & Fallblattanzeige: Patrick Raddatz | Choreographische Beratung & Training: Lea Martini

Mitarbeit & Unterstützung: Leon Gabriel, Lisa Gehring, Moritz Gleditzsch, Sophie Osburg, Julia Schade, Frank Bossert (Musik)

Eine Produktion von Arty Chock in Zusammenarbeit mit studioNAXOS.
Gefördert vom Kulturamt Frankfurt.
Mit Unterstützung vom Künstlerhaus Mousonturm und dem Institut für Klangforschung.

https://artychock.wordpress.com/