Winterreise – Vorstudie für ein nomadisches Leben

Mit Franz Schuberts «Winterreise» auf den Lippen und einem Rucksack voller selbstgebauter, elektronischer Instrumente begeben sich zwei befreundete Musiker und Performer auf Wanderschaft. Die Konzertsäle und -flügel lassen sie dabei links liegen und schlagen stattdessen in Foyers, Theatern, öffentlichen Plätzen oder mitten auf der Strasse ihr akustisches Zelt auf. In einer radikalen Interpretation des berühmten Liedzyklus verhelfen sie mit ihren unprätentiösen Stimmen, einem kleinen Keyboard und drei mobilen Lautsprechern den Motiven rund um Fremdheit, Mobilität und Sehnsucht zu einem zeitgenössischen Ausdruck.

Konzept, Bearbeitung und Performance: Leo Hofmann, Benjamin van Bebber
Outside Eye: Leonie Böhm
Choreografische Mitarbeit: Jan Burkhardt
Mit freundlichder Unterstützung der Pro Helvetia Stiftung

Herakles Wiederkehr oder der Tod des weißen Mannes

nach einem Text von Heiner Müller

Die geschlechtsreifen Männer kehren zurück nach Naxos. Aus einem Krieg, in den Sie als Helden gezogen sind. Die Geliebten haben früher immer geweint, wenn sie sie ziehen lassen mussten. „ACH BLEIB BEI MIR UND GEH NICHT FORT AN MEINEM HERZEN IST DER SCHÖNSTE ORT.“ Sie sind es, die die Versammlung einberufen und als die Gebliebenen die Verweigerung des Wiederaufbaus verkünden.

Mit: Annekatrin Kiesel, Annemarie Falkenhain, Gal Fefferman, Sam Michelson
Regie/Bühne: Simon Möllendorf
Dramaturgie: Caroline Rohmer
Assistenz und Produktionsleitung: Carmen Salinas

Gefördert vom Kulturamt der Stadt Frankfurt und dem Land Hessen.

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Rot oder Tot 1

Der sterbende Kapitalismus kann uns nicht täuschen. Auch wenn er uns in Sonntagskleidern begegnet. Sein Zusammenbruch ist nur noch eine Frage der Zeit. Auch unserer. Die Koffer sind so schwer.

Die Kulisse einer Küche. Ein Zimmer im Schriftstellerheim. Eine Fabrikhalle, eine Straße. Der Westen im Foyer. In „rot oder tot“ erzählt Carolin Millner mit ihrer Gruppe Eleganz aus Reflex die Geschichte einer Gesellschaft, die aufbrach, eine andere zu werden. Nicht die Geschichte eines Wiederaufbaus, sondern eines Neuanfangs, getragen von Arbeiter*innen und Künstler*innen, von denen viele jüdische Remigranten waren. „Rot oder tot“ zeigt einen Ausschnitt, ein Spielfeld des Realsozialismus, jeder Spielzug eine Entscheidung mit Folgen. Der Versuch einer Antwort auf die Frage: Wenn man noch einmal von vorne anfangen könnte, wie würde man entscheiden?

Wir mögen das Land nicht, wie es war, sondern wie es hätte werden können. Ein Versuch.

mit: Andreas Jahncke, Magdalena Wabitsch, Florian Mania, Anna Rausch, Oliver Konietzny, Bettina Földesi, Sam Michelson, Philipp Scholtysik
Regie: Carolin Millner
Dramaturgie: Fee Römer
Choreographie: Bettina Földesi
Bühne: Morgenstern & Wildegans
Kostüm: Maylin Habig
Film: Teresa Hoerl
Musik: Jens Eichler & Marc Petri
Bühnenbildassistenz: Christoph Hühn
Kostümassistenz: Ina Trenk

Die Produktion entstand in Kooperation mit studioNAXOS. Ermöglicht wird das Projekt durch das Kulturamt Frankfurt am Main, dem Ministerium für Kunst und Wissenschaft des Landes Hessen, der Stiftung der Nassauischen Sparkasse, der Holger Koppe-Stiftung und flausen-young artists in residence.

Nashörner

Die Nashörner

„Wenn Nacktheit die Scham ablegt, dann tut sie dem Hinsehen etwas an, dann macht sie das Hinsehen schwer erträglich.“

(Hans Joachim Müller über Olympia von Éduard Manet.)

Ionesco’s Nashörner waren seit der Uraufführung von 1959 Nazis, Kommunisten, Massenmenschen, vor allem aber waren sie nie da. Ständig wird über sie gesprochen, scheinen sie der Verursacher von Zerstörung, Hysterie und letztendlich dem Ende der menschlichen Geschichte zu sein. Dennoch wird das Stück von einer spürbaren Sehnsucht nach dem Nashorn als Nashorn durchzogen. Seine Körperlichkeit und Wildheit weckt das Verlangen der Menschen und treibt sie dazu, sich selbst verwandeln zu wollen.

In ihrer Abschlussinszenierung geht die Regiestudentin Sophia Stürmer mit ihrem Team diesem Begehren nach und fragt, was es heute heißen kann, Nashorn zu sein und wie sich das mit dem Recht und der Forderung nach einem “anders sein” verbinden lässt. Eine Suche bei der Mensch und Tier zu Kippbildern werden und jede Form ihrer Annäherung immer schon eine Grenzüberschreitung darstellt.

mit: Katharina Wittenbrink, Robert Will, Anne Kapsner, Richard Oberscheven
Regie: Sophia: Stürmer
Dramaturgie: Björn Fischer
Kostüm- und Bühnenbild: Maylin Habig
Sounddesign: Richard Millig
Lichtkonzept: Meike Weigel
Produktionsleitung: Emilia Schmidt
Projektbetreuung: Daniel Schauf

Ein Projekt der HfMDK Frankfurt in Zusammenarbeit mit studioNAXOS gefördert von der Hessischen Theaterakademie.