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Erfolg I: Johanna – Geboren um Liebe zu geben?

In ERFOLG I beleuchtet das Produktionsteam ELEGANZ AUS REFLEX den fließenden Übergang von privaten und gesellschaftlichen Konflikten. Damals wie heute ist das Leben der Menschen geprägt durch die Geschehnisse auf der großen politischen Bühne. Jede*r Einzelne kann sich in diesem gesellschaftlichen Gefüge positionieren, kämpfen oder sich beugen, für Solidarität und Menschlichkeit einstehen oder mit einer menschenverachtenden Ideologie zum eigenen Vorteil gemeinsame Sache machen.

Johanna Krain ist eine beispielhafte Figur dafür, dass unermüdlicher Aktivismus, politische Kunst und ein Beharren auf Gerechtigkeit, eine solche Positionierung zur Gesellschaft und zum vorherrschenden politischen wie kulturellen (Werte-)System erforderlich und realisierbar ist. Sie kämpft gegen das Weltbild eines in den 1920er Jahren aufkeimenden Nationalsozialismus, stellt sich zugleich aber auch gegen die Repräsentanten eines Patriarchats, deren Beschlüsse tief in ihr Privatleben eingreifen. Johanna Krains Kampf ist auch ein feministischer – wie viel wirkungsvoller wären Johanna Krains’ Aktionen, wäre sie ein Mann?

Durch die Auseinandersetzung mit ihrer Figur wollen wir uns vor allem auch mit dem Verhältnis von politischen Systemen zur Geschlechterdebatte beschäftigen.

„Johanna – Geboren um Liebe zu geben?“ ist die erste Folge einer dreiteiligen Stückentwicklung ERFOLG I-III, in der sich die Produktionsgruppe ELEGANZ AUS REFLEX mit den 1920er Jahren und dem damals erstarkenden Nationalsozialismus in Deutschland beschäftigt und Parallelen aus der Vergangenheit in die Gegenwart zu den Themen Feminismus, Demokratie und Diversität ziehen will. Grundlage hierfür ist Lion Feuchtwangers gleichnamiger Roman, in dem er die damalige Gesellschaft anhand realer Vorbilder porträtiert.

Mitwirkende:
Regie: Carolin Millner | Bühne und Kostüm: Maylin Habig & Nils Wildegans | Dramaturgie: Theresa Selter | Produktionsleitung: Bettina Földesi | Regieassistenz: Ivana Mitric | Spieler*innen: Sarah Gailer | Florian Mania | Andrea Spicher

Eine Produktion von ELEGANZ AUS REFLEX (GbR) in Kooperation mit studioNAXOS und Theater WillyPraml. Gefördert von Kulturamt Frankfurt am Main, Hessisches Ministerium für Wissenschaft und Kunst, maecenia Frankfurter Stiftung, HMWK Projektstipendium „Hessen kulturell neu eröffnen“. ELEGANZ AUS REFLEX wird vom Kulturamt der Stadt Frankfurt am Main mehrjährig institutionell gefördert.

Ein kleiner, ziemlich großartiger Theaterabend.“ (Frankfurter Allgemeine Zeitung)

Erfrischend ergebnisoffen“ (Frankfurter Rundschau)

Infos: Carolin Millner

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Hard Feelings (Ein Bericht für eine Akademie)

Auf “Tier” reimt sich vieles, auf “Mensch” reimt sich nichts. Kafkas kanonische Erzählung “Ein Bericht für eine Akademie”, die als letzter Nagel im Sarg des Menschen als Krone der Schöpfung gilt, wird in der Theaterperformance “Hard Feelings” mit einem hyperrealistischen Tier auf die Bühne gebracht. Erzählend erweist sich Kafkas Affe als Mensch, der geschickt seine eigene Fiktion manipuliert. Aber ein Affe, der erfolgreich Mensch geworden ist, wird nicht einfach frei, sondern landet in einem Netz von Fiktionen, das ihn bestimmt und begrenzt. Als Menschen bewohnen wir Nationalstaaten, leben in dysfunktionalen Familien, laborieren an unseren Biografien – fragwürdige Fiktionen, die man trotzdem nicht einfach abstreifen kann. Vermittelt von moderner 3D-Tracking-Technik erwecken ein Pianist und ein Gorilla Kafkas Fiktion zum Leben.

Mit: Judith Altmeyer, Jacob Bussmann, Laila Gerhardt, Tobias Rauch und Philipp Scholtysik
Bühne/Regie: Jakob Engel und Jan Philipp Stange
Dramaturgie: Philipp Scholtysik
Kostüm: Maylin Habig
Künstlerische Produktionsleitung: Carmen Salinas
Licht: Simon Möllendorf
Musik: Jacob Bussmann
Bühnenassistenz: Laila Gerhardt, Tobias Rauch
Motion Capture: Stefan Klosterkötter

Eine Produktion von Stange Produktionen in Zusammenarbeit mit studioNAXOS und dem Ringlokschuppen Ruhr. Gefördert vom Fonds Darstellende Künste aus Mitteln der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien, vom Kulturamt der Stadt Frankfurt, vom Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst und durch „experimente#digital – eine Kulturinitiative der Aventis Foundation”. Gesponsert von Xsens® und Reallusion®.

Dank Tracking-Anzug wird aus Judith Altmeyer ein fast echter Gorilla. Eine Reflexion über das Menschsein, um das Theater, über Geschichte und Kulturgeschichte“ (Frankfurter Allgemeine Zeitung)

Eine Form der Aufkündigung letzter Grade der Figuren-Illusion, wie man sie kaum je gesehen haben wird: höchst eindrucksvoll.“ (Frankfurter Rundschau)

Infos: Stange Produktionen