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STREAM: The Fraternity

Er hat etwas Störrisches und Unbeholfenes, der Filz, der diese Choreografie trägt und ermöglicht. Die Zeit des Filzes ist immer jetzt. Er ist zwar das älteste Textil der Welt, verhält sich jedoch wie ein Teenage-Punk – no future and no past. Der gewebte Stoff hingegen kennt Zeit, wie wir sie kennen, er weiß um die Vergangenheit, die Gegenwart und die Zukunft, weiß um Sparpläne und Fotobücher. Und kennt, anders als der Filz, die Vorfreude, das Erinnern und das Bedauern. In THE FRATERNITY machen sich drei Frauen auf die Suche, die Zeit auszusetzen. Hierbei wird Tanz zu einer Erfahrung, die mehr dem Filz und weniger dem gewebten Stoff gleicht. Es entsteht eine Textur, auf der man sich ein wenig ausruhen kann, die mit keinerlei Erwartungen kommt, außer der Zeit, die man zusammen verbringt.

There is something stubborn and awkward about felt, that carries and facilities this dance. About it being the oldest textile in the world. And about the felt’s time being always now, like a teenage punk – it has no future and no past neither. The woven fabric on the other hand knows time how we know it, it knows about the past, the present and the future. It knows about saving plans and photo books. Unlike the felt it knows about anticipation, reminiscence and regret. In THE FRATERNITY three women come together in an idle search of suspending time in which dance becomes a smokescreen for an experience that is more like the felt and less like the woven fabric. They offer a texture that one can rest upon a little, that comes with no expectations except for the time that is spent together.

Choreografie: Emmilou Rößling | Performance: Emmilou Rößling, Rachell Bo Clark, Tarren Johnson | Licht: Maika Knoblich | Foto: Daiva Tubutyte

Die Produktion entstand in Kooperation mit studioNAXOS und wird unterstützt durch das Kulturamt der Stadt Frankfurt am Main und die Berliner Senatsverwaltung für Kultur und Europa. Residenzen: workspacebrussels, DAS Choreography

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LIVE in ZOOM: Die Perser

Chorstück für eine Solistin frei nach Aischylos
Dauer: 55 Minuten

Die überlegene persische Flotte wird bei Salamis von den Griechen vernichtend geschlagen. Acht Jahre später bringt Aischylos das Geschehen aus der Perspektive der besiegten Perser auf die Bühne. Heute, 2500 Jahre nach dem historischen Ereignis, gilt das Stück als Versuch, den unerwartet besiegten Feinden eine Stimme auf der griechischen Bühne zu verleihen. Dieser Perspektivwechsel bietet den Anknüpfungspunkt für eine performative Adaption: Das von Aischylos entworfene monumentale Panorama des antiken Kriegsgeschehens wird von einer Solistin berichtet und nachgestellt. Aus der Unmöglichkeit, der Perspektive der Feinde gerecht zu werden, und der Unmöglichkeit, als einzelne eine Schlacht darzustellen, ergibt sich eine spekulative, tastende Annäherung an den historischen Stoff und die Frage, wie Empathie über den Graben der Feindschaft hinweg möglich ist.

Regie und Performance: Philipp Scholtysik | Performance: Bettina Földesi | Dramaturgie: Jacob Bussmann | Kamera und Masken: Laila Gerhardt

Die Produktion entstand in Kooperation mit studioNAXOS. Das Projekt wird gefördert durch das Kulturamt Frankfurt am Main und das Hessische Ministerium für Wissenschaft und Kunst.