Web_allgemein

Audio-Walk: Der Rache nicht

Premiere: 29. April 2021

Weitere Termine: 30. April, 2., 8., 9. und 23. Mai 2021

„Der Rache nicht“ ist ein ortspezifischer, dokumentarischer Audio-Walk im Stadtraum Frankfurt. Den Ausgangspunkt bilden die Biografien einiger vom NS-Regime verfolgter Frankfurter Künstler*innen, welche ab 1933 aus dem kulturellen Stadtleben gedrängt wurden.

Die Fotografinnen Nini und Carry Hess betrieben am Börsenplatz eines der berühmtesten Fotoateliers der Weimarer Republik. Hans Erl und Magda Spiegel gehörten zu den Starsängerinnen der Frankfurter Oper, der Schauspieler Joachim Gottschalk glänzte am Schauspiel im Rollenfach des Jugendlichen Helds. Von ihnen verliert sich die Spur in der fortschreitenden NS-Diktatur und wir begeben uns heute auf die Suche: Wie vollzog sich der Machtwechsel 1933 an den Frankfurter Theatern? Wie wirkte sich dies auf das künstlerische Leben Frankfurts und auf die Schicksale der Künstlerinnen aus? Welche Namen sind heute vergessen, die doch die 20er Jahre entschieden mitprägten? Der Audio-Walk des Kollektiv Widerhall (Bornstein/ Casagrande/ Haagen/ Schwesinger) gibt dem Publikum die Möglichkeit, die Geschichten der Künstler*innen in der Stadt zu verorten, welche wir täglich durchlaufen. Er verknüpft historisches Material mit fiktiven Textpassagen und sucht nach Interaktionen mit der heutigen Stadt.

Von und mit Louisa Beck, Loriana Casagrande, Jan Deck, Marlene-Sophie Haagen, Dennis Hoss, Marie Schwesinger. u.a.

Dauer: ca. 90 min
Laufdistanz: ca. 3 km (Der Walk ist barrierefrei)
Startpunkt: Frankfurter Innenstadt
Endpunkt: Frankfurter Westend

Die Produktion entstand in Kooperation mit studioNAXOS. Gefördert vom Kulturamt der Stadt Frankfurt am Main, vom Fonds Darstellende Künste aus Mitteln der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien und durch die Stiftung EVZ: Erinnerung, Verantwortung und Zukunft im Förderprogramm: local.history. Mit freundlicher Unterstützung des Schauspiel Frankfurt.

Presse

Die Hörerinnen und Hörer erfahren den öffentlichen Raum Schritt für Schritt, Platz für Platz, Kreuzung für Kreuzung physisch. Gleichzeitig legt sich darüber eine fortlaufende Tonspur voll detaillierter Informationen, die eine besondere Art der Interaktion ermöglicht. (Frankfurter Rundschau)

Dramatisch ist dieses dokumentarische Theater im öffentlichen Raum schließlich von ganz allein. Nicht nur im Hinblick auf die präzise recherchierten, eng mit den passierten Orten verbundenen Biographien, sondern auch eingedenk der Ermordung fast aller, denen „Der Rache nicht“, wo kein Gesicht, so doch einen Namen und ein Gedächtnis gibt. (Frankfurter Allgemeine Zeitung)

JC_2021_HINENI_Still 18 - Kopie

STREAM: Hineni

Premiere 9. April, 20 Uhr, Stream bis 11.4.2021

Here I am – הנני – Hier bin ich

Drei körperlich voneinander isolierte, vielleicht schwerelose Performerinnen, deren Atmung und Stimmen uns als Zuschauer*innen mitnehmen auf die Suche nach Gemeinschaft.

HINENI ist ein interdisziplinärer Austausch zwischen zwei Tänzerinnen und einer Sängerin, die auch in die jeweils andere Profession eintauchen sowie eine Auseinandersetzung mit weiblichen Körpern, die sich Raum und Präsenz nehmen. Die Sprache des Klangs können alle [Hörenden] verstehen, die Sprache der Bewegung alle [Sehenden] wahrnehmen und die Sehnsucht nach Gemeinschaft erleben gerade jetzt in Zeiten der Pandemie die meisten Menschen auf der Welt.

Performance: Magdalena Dzeco, Evie Poaros, Sophie Wenzel
Künstlerische Leitung / Choreographie: Gal Fefferman
Musikalische Leitung: Nicolai Bernstein
Film / Bühnenbild: James Chan-A-Sue
Kostüme: Patscharaporn Distakul
Audio Mischung: Josy Friebel
Bühnenbild Konstruktion: Tilman Stallknecht
Produktion Assistenz: Sam Michelson
Text: Julia Hagen
Foto: James Chan-A-Sue
Musik nach Schwanenlied von Fanny Hensel

HINENI ist gefördert durch das Hessische Ministerium für Wirtschaft und Kunst und unterstützt durch das Künstlerhaus Mousonturm und das Hessische Staatsballett im Rahmen der Tanzplattform Rhein Main sowie Oper Frankfurt und Eventlokal Hüttenwerk, Michelstadt.

Presse

Indem er dabei die Sehnsucht nach Präsenz aufgreift, weiß er zu berühren, ohne pathetisch zu werden. Etwas Übersinnliches schwingt dennoch mit. Der Titel erinnert daran: Es haftet dem Thema der Präsenz, besonders der stimmlichen, stets an. (Frankfurter Allgemeine Zeitung)

Nominierung: Hessische Theatertage 2021

good advice_presse_christian schuller-06 - Kopie

LIVE-STREAM: Good Advice

Ein Chor ringt um Fassung.

Premiere 5. April 2021, weitere Spieltermine: 6.-8. April 2021

Ein Unfall hat stattgefunden: dem Theaterraum ist etwas zugestoßen und nichts scheint mehr wie vorher. Auf der Bühne ist etwas Fremdes eingebrochen und in einer Ruinenlandschaft treten vereinzelt Spieler*innen auf, die allesamt unter gänzlich anderen Vorstellungen angetreten sind. Weder können sie ihrer Sehnsucht nach einer führenden Rolle in einem Musical stillen, noch ist eine anständige Fassung oder ein Plan gegeben, aus dem heraus sie überhaupt etwas anfangen könnten. So begeben sich die fassungslosen und überaus bedürftigen, führungslosen Spieler*innen als fünfköpfiger Mehrgenerationen-Chor auf die Suche nach einem Musical und damit gleichsam auf die Suche nach einer Normalität und Ganzheit, die es vielleicht so nie gegeben hat. Dabei wird keine Gelegenheit ausgelassen, um doch noch zu ihrem Auftritt als führende Rolle zu gelangen.

GOOD ADVICE ist eine Performance für einen Chor, der um seine Fassung ringt und in der das Nicht-Wissen und die Verunsicherung der Pandemie zur Ausgangslage wird, um darin zu fragen: Wie können wir in einer Krise als Gemeinschaft zu uns kommen?

Konzept / Text / Regie: Kim Willems
Textdramaturgie: Meret Kiderlen
Bühne & Ausstattung: Till Korfhage
Musikalische Gestaltung: Richard Millig
Regie- & Produktionsassistenz: Eva Streit
Lichtdesign: Frithjof Gawenda
Performance: Cornelia Niemann, Stephan Dorn, Simon Zeller, Greta Knorr, Helene Dueker, Asja Mahgoub
Mit Dank an Katharina Speckmann und Philipp Scholtysik
Foto: Christian Schuller

Eine Produktion von willems&kiderlen in Kooperation mit studioNAXOS. Gefördert durch das Kulturamt der Stadt Frankfurt am Main und das Hessische Ministerium für Wissenschaft und Kunst.

Presse

Getreu dem vom einstigen Obama-Stabschef Rahm Emanuel geprägten Bonmot „You never want a serious crisis to go to waste.“ Gute 90 Minuten kreisen sie um Selbstverwirklichung und Krise, in Abwandlung des Theater-Topos, dass Figuren ihren Stoff suchen – und hier, in einem Wortspiel, ringen sie um ihre Fassung. (Frankfurter Allgemeine Zeitung)