Ekel

Jeanne Eschert sprach am 27. Juni nach der Aufführung von Erfolg II: Otto – Wer reinkommt ist drin mit einer Person aus dem Publikum.

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Erfolg II: Otto – Wer reinkommt, ist drin

Theaterfilm, Premiere 25. Juni, weitere Vorführungen 26. und 27. Juni 2021, sowie als Stream: 26. + 27. Juni, 2.-4. Juli 2021

ERFOLG II: OTTO – WER REINKOMMT, IST DRIN ist die zweite Folge der dreiteiligen Stückentwicklung ERFOLG I-III, in der sich die Produktionsgruppe ELEGANZ AUS REFLEX mit den 1920er Jahren und dem damals erstarkenden Nationalsozialismus in Deutschland beschäftigt sowie Parallelen aus der Vergangenheit in die Gegenwart zu den Themen Feminismus, Demokratie und Diversität zieht. Grundlage hierfür bildet Lion Feuchtwangers gleichnamiger Roman. Damals wie heute ist das Leben der Menschen geprägt durch die Geschehnisse auf der großen politischen Bühne. Jede*r Einzelne kann sich in diesem gesellschaftlichen Gefüge aber auch positionieren, dagegen angehen oder sich beugen, für Solidarität und Menschlichkeit einstehen oder mit einer menschenverachtenden Ideologie zum eigenen Vorteil gemeinsame Sache machen.

In ERFOLG I: JOHANNA – GEBOREN UM LIEBE ZU GEBEN? beschäftigte sich ELEGANZ AUS REFLEX in der Auseinandersetzung mit der Figur Johanna Krain vor allem mit dem Verhältnis von politischen Systemen zur gesellschaftlichen Stellung von Frauen. Mit ERFOLG II: OTTO – WER REINKOMMT IST DRIN soll nun die andere, die herrschende Seite betrachtet und das damit einhergehende Selbstverständnis der (damaligen) Machthaber beleuchtet werden. Wo Johanna Krain für das Auflehnen und den Kampf gegen ein repressives System steht, da ist der bayrische Justizminister Otto Klenk sein Vertreter. Otto Klenk, von der voranschreitenden Demokratisierung in der Weimarer Republik in seinen Machtansprüchen bedroht, schließt sich nach einer politischen Niederlage ohne weiteres den „Wahrhaft Deutschen“ um Rupert Kutzner an. Ein gutbürgerlicher Minister, dessen Kalkül und Ehrgeiz dazu führen, dass er die Werte seiner Bürgerlichkeit verrät. Wie konnte es so weit kommen?

Mitwirkende: Regie: Carolin Millner | Filmeditor: Yaschar Scheyda | Kamera: Nina Werth | Bühne und Kostüm: Maylin Habig & Nils Wildegans | Dramaturgie: Theresa Selter | Musik: Lutz Jahnke | Produktionsleitung: Jasna Witkoski | Regieassistenz: Ivana Mitric | Spieler*innen: Sarah Gailer | Florian Mania

Ein Theaterfilm von ELEGANZ AUS REFLEX in Kooperation mit studioNAXOS. Gefördert vom Kulturamt Frankfurt am Main, der maecenia Frankfurter Stiftung, der Stiftung Citoyen und dem Kulturfonds Frankfurt RheinMain (Statement Kulturfonds). ELEGANZ AUS REFLEX wird vom Kulturamt der Stadt Frankfurt am Main mehrjährig institutionell gefördert.

Programmheft

Nachgespräch zum Theaterfilm ERFOLG II: OTTO – WER REINKOMMT, IST DRIN mit Regisseurin Carolin Millner und Dramaturgin Theresa Selter von ELEGANZ AUS REFLEX und Autorin und Politologin Dr. Antje Schrupp.

Erfolg I: Johanna – Geboren, um Liebe zu geben?

Querformat 2 - Kopie

STREAM: Project.Fail

Premiere 7. Juni 2021 um 20 Uhr, online bis 10. Juni 2021

Im alltäglichen Verständnis bedeutet scheitern, einen Mangel an Erfolg zu haben, einen Mangel an wünschenswerten Eigenschaften oder sich in einem Zustand des „Nicht-Funktionierens“ zu befinden. Scheitern würde auch dafür stehen, sich selbst oder andere zu enttäuschen und die Ziele von jemandem nicht zu erreichen. Scheitern ist also eine Konsequenz aus einem vor-bestehenden Recht oder Unrecht.

Project.Fail ist ein Stück, das von zwei Menschen, einer Maschine und mehreren Betrachtern zusammengesetzt wird. Irgendwo an der Grenze zwischen der virtuellen und der analogen Welt agieren die Performerinnen mal als Menschen und mal als Avatare in einem Spiel um den Verlust/Gewinn von Macht und Kontrolle. Indem sie sich sowohl zueinander als auch zur unsichtbaren Maschine in Beziehung setzen, schlagen sie eine Situation vor, in der sie die Art und Weise, wie die Menschheit lebt, und die Entscheidungen, die uns zu unseren aktuellen Krisen und Misserfolgen gebracht haben, hinterfragen.

In englischer Sprache.

Konzept und Performance: Alice Nogueira und Ana Clara Montenegro
Dramaturgie: Alice Nogueira
Sprecher: Sven Rausch
Kamera und Videoschnitt: Talisa Frenschkowski und Simon Lenzen
Lichtdesign: Carina Premer
Ton-Bearbeitung: Jannis Wulle
Tonaufnahme: Felix Schwarzrock
Regie-Assistenz bei den Dreharbeiten: Rodrigo Andreolli
Foto: Talisa Frenschkowski

In day-to-day understanding, to fail is to have a lack of success, deficiency of desirable qualities or being in a state of “not functioning”. To fail would also stand for disappointing oneself or others, and not achieving someone’s goals. To fail is therefore a consequence of a pre-existing right or wrong.

Project.Fail is a piece composed by two humans, one machine and multiple viewers. Somewhere on borders between the virtual and analog worlds, the performers behave sometimes as humans and sometimes as avatars in a game of losing/gaining power and control. By relating to each other as well as to the invisible machine, they propose a situation for questioning the ways humanity lives and the choices that brought us to our current crises and failures.

Language: English

Die Produktion entstand in Kooperation mit studioNAXOS. Gefördert im Rahmen des Kulturförderprogramms „Hessen kulturell neu eröffnen”.

Mimicreatures3(c)Horvath - Kopie

STREAM: Mimicreatures

Premiere: 4. Juni, weitere Vorführungen 5. und 6. Juni 2021, jeweils 20 Uhr

Mimicreatures führt in eine imaginäre Parallelwelt im Grenzbereich der erdrückenden Enge der eigenen vier Wände und der schwindelerregenden Weite des virtuellen Raumes. Aus dem Verlust von Körperlichkeit und Materialität und der Sehnsucht nach Kollaboration und Austausch, entstand eine radikal-lustvolle Auseinandersetzung mit Material, Körper, Raum und den Möglichkeiten von Kamera und Bildschirm. Die Grenzen von realem und virtuellem Raum, dem Monströsen, Kybernetischen und Menschlichen verschwimmen. Die Mimicreatures – drei Kreaturen mit großformatigen Masken und elektronischen Körpererweiterungen – sind Kinder der pandemischen Gegenwart. Aus der Auseinandersetzung mit unseren gegenwärtigen psycho-sozialen Zuständen haben wir uns Avatare erschaffen, deren Masken nicht nur eine Barriere vor den Gefahren der Welt bieten, sondern gleichzeitig auch das Gegenteil ermöglichen. Sie kehren unsere inneren Zustände, Gefühle und Empfindungen nach Außen und geben ihnen ein Gesicht. Wir betrachten unser Inneres durch ein Vergrößerungsglas und machen es dadurch zu unserer Gefährtin. Sie sind die Anderen die wir selbst sind.

Am Ende des filmischen Teils werden die Zuseher*innen eingeladen uns mit einem Klick in einen gemeinsamen virtuellen Raum zu folgen. So möchten wir die Möglichkeit eines Austausches schaffen. Wir nutzen dafür die Plattform Mozilla Hubs die direkt über den Browser zugänglich ist.

Konzept, Produktion, Masken, Kostüm, Bühne, Postproduktion: Lisa Horvath
Choreographie und Performance: Eng Kai Er, Ana Clara Montenegro, Lisa Horvath
Musik: Sara Trawöger
Kamera, Licht: Merthe Wulf

In Kooperation mit studioNAXOS, gefördert von der Hessischen Kulturstiftung und der Hessischen Theaterakademie.