blind date: Kunst macht Widerstand Vol. 2: Grenzen der Kritik

Die Reihe blind date geht in die zweite Runde. Die Regeln sind gleich: Eine theoretische Position trifft eine vorher geheime künstlerische Position. 2015 wird die Reihe hinsichtlich der „Grenzen der Kritik“ zugespitzt: Wie steht
es um Kritik an oder mit Kunst, wenn unklar ist, wo die Grenzen der Kunst und der Kritik verlaufen? Von wo aus lässt sich überhaupt Kritik formulieren? Der erste Abend fragt nach den Grenzverschiebungen dessen, was etwa Theater oder Repräsentation ist: Bewegen wir uns weg vom visuellen Register hin zu einem akustischen? Der zweite Abend befragt die Kritik an fixierten Identitäten: Wo schlägt diese
in ihr Gegenteil um und sichert ggf. den bestehenden (Theater-)Apparat?

22. November 2015, 18 Uhr:
Julia Naunin (Theatre Studies, Frankfurt) meets Performance Artist X
The Sound of a Displacement: From the Visual to the Acoustic

29. November 2015, 18 Uhr:
Danae Gallo Gonzalez & Johanna Fernández Castro (Cultural/Gender Studies, Gießen) meet Performance Duo X
On Hegemony and Conservation: Struggles of constructed Identities

Kuratiert von: Heiko Stubenrauch, Matthias Rudolph, Leon Gabriel

Hinweis: Die Arbeitssprache ist English, Dauer jeweils 2h.

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Neue Musik

Die Komponisten Tobias Hagedorn, Björn Fischer und Richard Millig gestalten einen Barabend in der Naxoshalle. Dazu laden sie Freunde ein, die Platten auflegen und Neue Musik auf ihren Instrumenten spielen. Sie reden über Musik. Sie legen Platten auf. Sie nehmen ein Instrument in die Hand. Es musiziert. Es kommen Freunde dazu, die Platten auflegen. Über Musik reden. Es treffen Menschen ein, die NEUE MUSIK auf ihren Instrumenten spielen. Sie wechseln sich ab. Sie treffen sich an der Bar von studioNAXOS.

Werke von Edisson Denissov, Amit Gillutz, Helmut Lachenmann, Richard Millig, Toru Takemitsu und Bernd Alois Zimmermann werden von DJ Ferdinger umrahmt (oder umgekehrt).

Nach Ende des Neue-Musik-Programms bringt Ferdinger die Platten zum glühen.

Es spielen Dana Barak (Klarinette), Elias Schomers (Violoncello) und
Jonathan Weiss (Querflöte).

In Zusammenarbeit mit dem Institut für zeitgenössische Musik (IzM).

Wo stehst du, Kolleg*in?

An die „Parteilosen“ Künstlerkollegen: Eine große Anzahl von Kollegen beschimpfen meine Bilder und die Werke meiner Kollegen, die sich, wie ich, für eine Kunst im Dienste des Volkes entschieden haben, als Agitationskunst. Diese Kollegen tun so, als sei ihre Kunst frei von Agitation für eine bestimmte Klasse. Sie gehen von einer über den Klassen schwebenden Kunst aus, die es nicht geben kann!
(aus: Jörg Immendorff, An die „Parteilosen“ Künstlerkollegen)

Wo stehst du, Kolleg*in? – Unter diesem Titel ermöglicht studioNAXOS insgesamt vier regionalen Künstler*innen/Gruppen jeweils eine zweiwöchige Arbeitsphase mit anschließender Präsentation: 4 szenische Skizzen, 4 mal 20 Minuten, keine großen Umbauten. Ausgangs- und Bezugspunkt bildet dabei das Anfang der 70er entstandene Bild von Jörg Immendorff mit der Frage: Wo stehst du mit deiner Kunst, Kollege?

Teilnehmende Gruppen/Künstler*innen: Eleonora Herder, Maria Isabel Hagen und Alla Poppersoni // ongoing project // Mouchacha // Deller & Skurski

http://www.ongoing-project.org/

https://mouchacha.wordpress.com/

STANDARDMAßNAHME Begegnungen mit dem Apparat

Der Apparat arbeitet: Die Scheinwerfer leuchten. Der Apparat arbeitet: Und verdunkelt die Zusammenhänge. Der Apparat nimmt dich in Gewahrsam: Lass‘ dir die Ordnung gefallen. Der Apparat braucht keine Zeugen, er handelt mit deinem Einverständnis. Hinter den Kulissen vollziehen die Züge ihre Bewegungen und greifen ein. Ist der Standard gesetzt, führt jede Maßnahme zu einer weiteren Maßnahme. Also doch wieder Furcht und Mitleid? Schutz und Rettung? Oder Recht und Gesetz?

Das Ereignis hat stattgefunden, hier findet die Wiederholung statt. Mit der Standardmaßnahme unternehmen Arty Chock jene gewisse unmögliche Möglichkeit, davon zu sprechen. Denn nichts zu vermögen, heißt noch lange nicht zu kapitulieren. Die Straßenszene: episch, möglicherweise.

Von & Mit: Fanti Baum, Anna Berger, Jos Diegel, Tim Schuster | Idee: Fanti Baum, Tim Schuster | Sound & Fallblattanzeige: Patrick Raddatz | Choreographische Beratung & Training: Lea Martini

Mitarbeit & Unterstützung: Leon Gabriel, Lisa Gehring, Moritz Gleditzsch, Sophie Osburg, Julia Schade, Frank Bossert (Musik)

Eine Produktion von Arty Chock in Zusammenarbeit mit studioNAXOS.
Gefördert vom Kulturamt Frankfurt.
Mit Unterstützung vom Künstlerhaus Mousonturm und dem Institut für Klangforschung.

https://artychock.wordpress.com/

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Glaube

Was nach dem Sterben ist und warum ich Angst davor habe kann ich nicht sagen. Ich kann nur daran glauben was passiert und wo ich mich befinde wenn es überhaupt noch ein Wo gibt. Wie sagen was nicht sichtbar und nicht beweisbar ist. Ich glaube, dass ich im Tod ewig fallen werde.

Regie: Simon Möllendorf | Dramaturgie: Caroline Rohmer | Bühne/Kostüm: Lin Nan Zhang | Regieassistenz: Angelina Stross | Bühnenbildassistenz: Carla-Luisa Reuter | Mit: Annemarie Falkenhain, Sam Michelson

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Wenn ich was anderes machen würde, würde ich vielleicht nicht immer ans Geld denken

„du kannst dich hier mit allem betüddeln, du kannst ein flitterleben haben, wenn du willst, und das lenkt dich halt von bestimmten dingen ab, und das ist nötig, das braucht der mensch. und wenn er sich immer mit substanz beschäftigen muss und mit dem wesentlichen, ich glaube, dann wird man depressiv.

fehlt das tralala, bist du auf dich zurückgeworfen, und wenn du auf dich zurückgeworfen bist, dann musst du dich entscheiden, bist du jetzt ein schwein oder ein guter mensch. ein schwein kannst du aber nur sein, wenn du gut ausgehn kannst und alles, ein schwein in einer ordentlichkeit, in einer sauberkeit, das gibt es nicht. ein schwein kann nicht früh schlafen gehen. musste aber drüben. eigentlich. von daher muss man da nur ein guter mensch werden. das ist eine furchtbare idee. wahrscheinlich gibt es hier schöne haut und da schöne seelen.“ (Roland M. Schernikau)

Regie: Carolin Millner | Text: Felicia Zeller | Dramaturgie: Janina Zehle | Bühne/Kostüm: Elena Herold | Video: Merlin Heidenreich, Timon Osche | Spieler*innen: Anabel Möbius, Ines Schiller, Oliver Konietzny | Organisation: Sofie-Charlotte ten Brink

Gefördert vom Kulturamt Frankfurt.

Fabrikhörner Kein Trinkwasser!

Im Tal befindet sich eine Quelle. Aus dem Berg ragt ein Rohr, dort plätschert kühles Wasser in ein im Boden versenktes Becken. Der Gastwirt Helmut wird alt. Bier trinkt er keines mehr.

Nach einem Auslandssemester in Warschau kehre ich zurück in gewohnte Umgebungen und finde alte Orte unter neuen Umständen wieder. Im studioNAXOS realisiere ich zwei Arbeiten, die sich mit der Thematik der Verortung auseinandersetzen.
Die Installation „Kein Trinkwasser!“ nimmt Bezug auf die Geschichte des Dorfgastwirts Helmut Volk und vereint in ihrem Aufbau alte Gastwirtschaftselemente mit der Historie einer Quelle.
Das Klangprojekt „Fabrikhörner“ lässt diese wieder in ihrem gewohnten Umfeld einer Industriehalle, der Naxoshalle, auftreten, jedoch in neuer Formation und erweiterter Verwendung.

Installation: Max Brück