Wohnzimmer Variante Dog (1)

STREAM: Extreme Love im Wohnzimmer am Ende der Welt

Eine (post-)ökologische Performance mit elektronischer Musik


Während die Theater schließen und sich alle zurückziehen, haben auch wir die Bühne verlassen und bereiten unser weiteres Verschwinden zu Hause vor. Im Wohnzimmer irgendwo zwischen Raumpflege und Topfpflanzen passiert etwas. Unzählige Partikel stellen Verbindungen zwischen uns und der Welt her, die eine Art der Vernetzung spürbar machen, von der wir uns nicht zurückziehen können. Fern von Posts, Likes und den digitalen Kontaktmöglichkeiten der Menschen stoßen wir auf eine die Welt umspannende Beziehungsform, die auf einer seit Jahrmillionen dauernden Vertrautheit zwischen den unterschiedlichsten Lebensformen aufbaut. Mikrobakterielle Strukturen sind längst dabei, das Innen und Außen aufzulösen.

Trotz aller gegenwärtigen Bedrohungen lädt „Extreme Love im Wohnzimmer am Ende der Welt“ dazu ein, eine Intimität mit unbelebten und belebten Mikrobewohnerinnen und Mikroerbauerinnen einer fremden und doch so vertrauten globalen Welt zu erfahren, die sich jeder Grenzziehung und Beherrschungslogik widersetzt. Schicht für Schicht untersuchen wir gemeinsam das Verhältnis von uns, unseren Ichs zu der Welt mit, in und durch die wir leben. Das Experiment ist dabei gleichermaßen ein Versuch, zu verstehen und Verantwortung abzugeben.

Performerin Gal Fefferman, die online im Raum an- und abwesend gleichzeitig ist, und eine Wohngemeinschaft derer, die sonst hinter der Bühne leben, versuchen Gemeinsamkeiten mit kaum wahrnehmbaren Lebensräumen zu entdecken, um ihre vermeintliche Isolation aufzulösen. Sie haben die Umzugskisten für eine andere, zukünftige Welt gepackt und gestalten das Wohnzimmer für eine neue Art des Zusammenlebens um: langsamer werden, sitzen bleiben und zuhören. Was ist überhaupt noch zu hören und wem ist zuzuhören, wenn zwischen Fake News Verwandtschaften von Erdbeben zu singenden Walen hörbar werden und Synthesizer-Klänge aus Sandstürmen der Atacama-Wüste auf Klangcollagen von Mikroben treffen?

Die Video-Performance, eine Inside-Out-Variante der Live-Performance, sucht eine Liebesbeziehung mit der Welt im Ganzen: Wenn unser Inneres die Außenwelt ist, die immerzu in uns und durch uns durch geht, entstehen Mischwesen, die uns zu einem anderen Zusammenleben mit ihnen herausfordern. Welche neuen Formen der Liebe können aus diesem Selbstverständnis entstehen, während wir uns im „Wohnzimmer am Ende der Welt“ vorbereiten, auf Zeiten, die noch keiner kennt und die dennoch kommen werden?

Performance: Gal Fefferman
Idee und künstlerische Leitung: Björn Fischer
Bühne und Licht: Laura Robert
Musik: Richard Millig
Produktion: Jonathan Kirn
Technische Assistenz: Dennis Hoss

Foto: Björn Fischer

Die Produktion entstand in Kooperation mit studioNAXOS. Sie wird gefördert vom Kulturamt der Stadt Frankfurt am Main, dem Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst, dem Musikfonds e. V. mit Projektmitteln der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien sowie der FAZIT-Stiftung.

Sticky Frames and friends (at) COZI

Sticky Frames & friends @ COZI Comics & Zinefest Frankfurt
animierte Kurzfilme/ animated short films

Das Filmemacher*innen Kollektiv Sticky Frames zeigt ein ca. 60 minütiges Programm animierter Kurzfilme.

PINK CUTS PINK by Alma W. Bär
Hans the Squirrel by Florian Maubach
Frankfurterstr. 99a by Evgenia Gostrer
Nachtstück by Anne Breymann
Tracing Coyotes – a dog crosses my way by Theresa Grysczok & Eeva Ojanperä
dying in the garden by Christine Gensheimer
Life with Hermann H. Rott by Chintis Lundgren
Der Flug der Maube by Florian Maubach & Daniel v. Bothmer
in circles by Lina Walde
SPIRIT MOUNTAIN by Kiin.
In the distance by Florian Grolig
Lonely Riber by Daniel v. Bothmer
LUCKY by Kiin.
Coma – the sea by Florian Maubach & Nils Knoblich

about Sticky Frames:
Images that stick to one another, that diverge and converge. Images that stick to your memory like a piece of gum to your shoe.
But “sticky” means more than that: Stickiness can be tough and relentless, persevering and enduring. These adjectives describe the young animation artists of this collective. There are seven of them: Ines Christine Geißer, Kirsten Carina Geißer, Evgenia Gostrer, Theresa Grysczok, Florian Maubach, Lina Walde and Alma W.Bär.

The Sticky Frames artists affect Kassel, as a meeting point in the middle of Germany and a birthplace to ideas that reflect, recreate and touch their environment. The festival invitations and awards the artists received are many. Also the list of cities and countries, they went to, to expand their network and collect new stories, that should be told.

In their work they throw light and colors on situations that might seem trivial at first glance, but which will change your perspective about them – like the relation between a cat and a garbageman or the search for happiness out of the perspective of horses.

Wherever the Sticky Frames tour of short films stops, something starts moving, something gets off the ground. But the movement of their audiences is an interior one: They’ll be glued to their chairs.

www.stickyframes.de