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STREAM: Project.Fail

Premiere 7. Juni 2021 um 20 Uhr, online bis 10. Juni 2021

Im alltäglichen Verständnis bedeutet scheitern, einen Mangel an Erfolg zu haben, einen Mangel an wünschenswerten Eigenschaften oder sich in einem Zustand des „Nicht-Funktionierens“ zu befinden. Scheitern würde auch dafür stehen, sich selbst oder andere zu enttäuschen und die Ziele von jemandem nicht zu erreichen. Scheitern ist also eine Konsequenz aus einem vor-bestehenden Recht oder Unrecht.

Project.Fail ist ein Stück, das von zwei Menschen, einer Maschine und mehreren Betrachtern zusammengesetzt wird. Irgendwo an der Grenze zwischen der virtuellen und der analogen Welt agieren die Performerinnen mal als Menschen und mal als Avatare in einem Spiel um den Verlust/Gewinn von Macht und Kontrolle. Indem sie sich sowohl zueinander als auch zur unsichtbaren Maschine in Beziehung setzen, schlagen sie eine Situation vor, in der sie die Art und Weise, wie die Menschheit lebt, und die Entscheidungen, die uns zu unseren aktuellen Krisen und Misserfolgen gebracht haben, hinterfragen.

In englischer Sprache.

Konzept und Performance: Alice Nogueira und Ana Clara Montenegro
Dramaturgie: Alice Nogueira
Sprecher: Sven Rausch
Kamera und Videoschnitt: Talisa Frenschkowski und Simon Lenzen
Lichtdesign: Carina Premer
Ton-Bearbeitung: Jannis Wulle
Tonaufnahme: Felix Schwarzrock
Regie-Assistenz bei den Dreharbeiten: Rodrigo Andreolli
Foto: Talisa Frenschkowski

In day-to-day understanding, to fail is to have a lack of success, deficiency of desirable qualities or being in a state of “not functioning”. To fail would also stand for disappointing oneself or others, and not achieving someone’s goals. To fail is therefore a consequence of a pre-existing right or wrong.

Project.Fail is a piece composed by two humans, one machine and multiple viewers. Somewhere on borders between the virtual and analog worlds, the performers behave sometimes as humans and sometimes as avatars in a game of losing/gaining power and control. By relating to each other as well as to the invisible machine, they propose a situation for questioning the ways humanity lives and the choices that brought us to our current crises and failures.

Language: English

Die Produktion entstand in Kooperation mit studioNAXOS. Gefördert im Rahmen des Kulturförderprogramms „Hessen kulturell neu eröffnen”.

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STREAM: Mimicreatures

Premiere: 4. Juni, weitere Vorführungen 5. und 6. Juni 2021, jeweils 20 Uhr

Mimicreatures führt in eine imaginäre Parallelwelt im Grenzbereich der erdrückenden Enge der eigenen vier Wände und der schwindelerregenden Weite des virtuellen Raumes. Aus dem Verlust von Körperlichkeit und Materialität und der Sehnsucht nach Kollaboration und Austausch, entstand eine radikal-lustvolle Auseinandersetzung mit Material, Körper, Raum und den Möglichkeiten von Kamera und Bildschirm. Die Grenzen von realem und virtuellem Raum, dem Monströsen, Kybernetischen und Menschlichen verschwimmen. Die Mimicreatures – drei Kreaturen mit großformatigen Masken und elektronischen Körpererweiterungen – sind Kinder der pandemischen Gegenwart. Aus der Auseinandersetzung mit unseren gegenwärtigen psycho-sozialen Zuständen haben wir uns Avatare erschaffen, deren Masken nicht nur eine Barriere vor den Gefahren der Welt bieten, sondern gleichzeitig auch das Gegenteil ermöglichen. Sie kehren unsere inneren Zustände, Gefühle und Empfindungen nach Außen und geben ihnen ein Gesicht. Wir betrachten unser Inneres durch ein Vergrößerungsglas und machen es dadurch zu unserer Gefährtin. Sie sind die Anderen die wir selbst sind.

Am Ende des filmischen Teils werden die Zuseher*innen eingeladen uns mit einem Klick in einen gemeinsamen virtuellen Raum zu folgen. So möchten wir die Möglichkeit eines Austausches schaffen. Wir nutzen dafür die Plattform Mozilla Hubs die direkt über den Browser zugänglich ist.

Konzept, Produktion, Masken, Kostüm, Bühne, Postproduktion: Lisa Horvath
Choreographie und Performance: Eng Kai Er, Ana Clara Montenegro, Lisa Horvath
Musik: Sara Trawöger
Kamera, Licht: Merthe Wulf

In Kooperation mit studioNAXOS, gefördert von der Hessischen Kulturstiftung und der Hessischen Theaterakademie.

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STREAM: Annäherung an die Zärtlichkeit

Eine Erinnerung an Stöcke und Menschen

Premiere: 21. Mai 2021, Video-on-Demand bis 23. Mai sowie 27.-29. Mai 2021

Die Compagnie Dorfproduct denkt weiter über Zärtlichkeit nach, in ihrer neuen Produktion konkreter denn je in Bezug auf den Tod. Zwei Performerinnen erschaffen im Seitenschiff der Naxoshalle einen weitläufigen Raum, in welchem die Begegnung, die Entstehung einer gemeinsamen Erinnerung, das Einander-Begleiten im Sterben und die Trauer zu einem Kreislauf ritualisiert werden. So führt die Akzeptanz der Vergänglichkeit zur Zärtlichkeit. Denn während das Sterben und damit die Verletzlichkeit ein unausweichlicher Umstand des Lebens sind, wird die Zärtlichkeit zur Brücke zwischen der belebten und unbelebten Natur, die davon erzählt, was jenseits der Grenzen von Geburt und Tod möglich ist.

Mithilfe von Ästen und Stöckern bauen die Performerinnen Skulpturen und Unterschlüpfe, die von Gemeinschaft und Abhängigkeiten erzählen. In ihnen manifestiert sich die Einschreibung des Menschen in die Erde, die seit dem Ende der Eiszeit so tiefgreifend ist, dass Forscher*innen mittlerweile vom Anthropozän sprechen, weil sich der Mensch in den Mittelpunkt und über seine Abhängigkeit von natürlichen Ressourcen gestellt hat. In „Annäherungen an die Zärtlichkeit“ wird dieses Verhältnis zur Umwelt aufgebrochen. Ihre Formbarkeit durch die menschliche Hand führt zur Hinwendung an die Verletzungen von Mensch und Natur. Denn im Grunde sind Stöcke abgehackte Gliedmaßen von Bäumen, die sich unter das Schlachtfeld der Menschen mischen.

Konzept, Regie, Raum: Simon Möllendorf
Performerinnen: Gal Fefferman, Annekatrin Kiesel
Konzept, Outside Eye: Caroline Rohmer
Ton/Schnitt/Video: Hendrik Kühling
Foto: Dorfproduct

Eine Produktion von DORFPRODUCT in Kooperation mit studioNAXOS. Gefördert durch das Kulturamt der Stadt Frankfurt am Main und die Hessische Kulturstiftung.

Presse

Wie gemalt, dazu trotz Verfallserscheinungen leuchtend präsentiert sich die Naxoshalle in einem stillen kleinen Film „Annäherung an die Zärtlichkeit“ von der Compagnie Dorfproduct. (…) einer Zeremonie nicht unähnlich, muss sich die Zuschauerin auf eine geduldige wie genaue Betrachtung einlassen, die bald einer Meditation gleicht. (Frankfurter Rundschau)

Die Performance „Gesten der Zärtlichkeit“ hatte am 26. Oktober 2018 Premiere im studioNAXOS und wurde im April 2019 wiederaufgenommen.

Web_allgemein

Audio-Walk: Der Rache nicht

Premiere: 29. April 2021

Weitere Termine: 30. April, 2., 8., 9. und 23. Mai 2021

„Der Rache nicht“ ist ein ortspezifischer, dokumentarischer Audio-Walk im Stadtraum Frankfurt. Den Ausgangspunkt bilden die Biografien einiger vom NS-Regime verfolgter Frankfurter Künstler*innen, welche ab 1933 aus dem kulturellen Stadtleben gedrängt wurden.

Die Fotografinnen Nini und Carry Hess betrieben am Börsenplatz eines der berühmtesten Fotoateliers der Weimarer Republik. Hans Erl und Magda Spiegel gehörten zu den Starsängerinnen der Frankfurter Oper, der Schauspieler Joachim Gottschalk glänzte am Schauspiel im Rollenfach des Jugendlichen Helds. Von ihnen verliert sich die Spur in der fortschreitenden NS-Diktatur und wir begeben uns heute auf die Suche: Wie vollzog sich der Machtwechsel 1933 an den Frankfurter Theatern? Wie wirkte sich dies auf das künstlerische Leben Frankfurts und auf die Schicksale der Künstlerinnen aus? Welche Namen sind heute vergessen, die doch die 20er Jahre entschieden mitprägten? Der Audio-Walk des Kollektiv Widerhall (Bornstein/ Casagrande/ Haagen/ Schwesinger) gibt dem Publikum die Möglichkeit, die Geschichten der Künstler*innen in der Stadt zu verorten, welche wir täglich durchlaufen. Er verknüpft historisches Material mit fiktiven Textpassagen und sucht nach Interaktionen mit der heutigen Stadt.

Von und mit Louisa Beck, Loriana Casagrande, Jan Deck, Marlene-Sophie Haagen, Dennis Hoss, Marie Schwesinger. u.a.

Dauer: ca. 90 min
Laufdistanz: ca. 3 km (Der Walk ist barrierefrei)
Startpunkt: Frankfurter Innenstadt
Endpunkt: Frankfurter Westend

Die Produktion entstand in Kooperation mit studioNAXOS. Gefördert vom Kulturamt der Stadt Frankfurt am Main, vom Fonds Darstellende Künste aus Mitteln der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien und durch die Stiftung EVZ: Erinnerung, Verantwortung und Zukunft im Förderprogramm: local.history. Mit freundlicher Unterstützung des Schauspiel Frankfurt.

Presse

Die Hörerinnen und Hörer erfahren den öffentlichen Raum Schritt für Schritt, Platz für Platz, Kreuzung für Kreuzung physisch. Gleichzeitig legt sich darüber eine fortlaufende Tonspur voll detaillierter Informationen, die eine besondere Art der Interaktion ermöglicht. (Frankfurter Rundschau)

Dramatisch ist dieses dokumentarische Theater im öffentlichen Raum schließlich von ganz allein. Nicht nur im Hinblick auf die präzise recherchierten, eng mit den passierten Orten verbundenen Biographien, sondern auch eingedenk der Ermordung fast aller, denen „Der Rache nicht“, wo kein Gesicht, so doch einen Namen und ein Gedächtnis gibt. (Frankfurter Allgemeine Zeitung)

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STREAM: Hineni

Premiere 9. April, 20 Uhr, Stream bis 11.4.2021

Here I am – הנני – Hier bin ich

Drei körperlich voneinander isolierte, vielleicht schwerelose Performerinnen, deren Atmung und Stimmen uns als Zuschauer*innen mitnehmen auf die Suche nach Gemeinschaft.

HINENI ist ein interdisziplinärer Austausch zwischen zwei Tänzerinnen und einer Sängerin, die auch in die jeweils andere Profession eintauchen sowie eine Auseinandersetzung mit weiblichen Körpern, die sich Raum und Präsenz nehmen. Die Sprache des Klangs können alle [Hörenden] verstehen, die Sprache der Bewegung alle [Sehenden] wahrnehmen und die Sehnsucht nach Gemeinschaft erleben gerade jetzt in Zeiten der Pandemie die meisten Menschen auf der Welt.

Performance: Magdalena Dzeco, Evie Poaros, Sophie Wenzel
Künstlerische Leitung / Choreographie: Gal Fefferman
Musikalische Leitung: Nicolai Bernstein
Film / Bühnenbild: James Chan-A-Sue
Kostüme: Patscharaporn Distakul
Audio Mischung: Josy Friebel
Bühnenbild Konstruktion: Tilman Stallknecht
Produktion Assistenz: Sam Michelson
Text: Julia Hagen
Foto: James Chan-A-Sue
Musik nach Schwanenlied von Fanny Hensel

HINENI ist gefördert durch das Hessische Ministerium für Wirtschaft und Kunst und unterstützt durch das Künstlerhaus Mousonturm und das Hessische Staatsballett im Rahmen der Tanzplattform Rhein Main sowie Oper Frankfurt und Eventlokal Hüttenwerk, Michelstadt.

Presse

Indem er dabei die Sehnsucht nach Präsenz aufgreift, weiß er zu berühren, ohne pathetisch zu werden. Etwas Übersinnliches schwingt dennoch mit. Der Titel erinnert daran: Es haftet dem Thema der Präsenz, besonders der stimmlichen, stets an. (Frankfurter Allgemeine Zeitung)

Nominierung: Hessische Theatertage 2021

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LIVE-STREAM: Good Advice

Ein Chor ringt um Fassung.

Premiere 5. April 2021, weitere Spieltermine: 6.-8. April 2021

Ein Unfall hat stattgefunden: dem Theaterraum ist etwas zugestoßen und nichts scheint mehr wie vorher. Auf der Bühne ist etwas Fremdes eingebrochen und in einer Ruinenlandschaft treten vereinzelt Spieler*innen auf, die allesamt unter gänzlich anderen Vorstellungen angetreten sind. Weder können sie ihrer Sehnsucht nach einer führenden Rolle in einem Musical stillen, noch ist eine anständige Fassung oder ein Plan gegeben, aus dem heraus sie überhaupt etwas anfangen könnten. So begeben sich die fassungslosen und überaus bedürftigen, führungslosen Spieler*innen als fünfköpfiger Mehrgenerationen-Chor auf die Suche nach einem Musical und damit gleichsam auf die Suche nach einer Normalität und Ganzheit, die es vielleicht so nie gegeben hat. Dabei wird keine Gelegenheit ausgelassen, um doch noch zu ihrem Auftritt als führende Rolle zu gelangen.

GOOD ADVICE ist eine Performance für einen Chor, der um seine Fassung ringt und in der das Nicht-Wissen und die Verunsicherung der Pandemie zur Ausgangslage wird, um darin zu fragen: Wie können wir in einer Krise als Gemeinschaft zu uns kommen?

Konzept / Text / Regie: Kim Willems
Textdramaturgie: Meret Kiderlen
Bühne & Ausstattung: Till Korfhage
Musikalische Gestaltung: Richard Millig
Regie- & Produktionsassistenz: Eva Streit
Lichtdesign: Frithjof Gawenda
Performance: Cornelia Niemann, Stephan Dorn, Simon Zeller, Greta Knorr, Helene Dueker, Asja Mahgoub
Mit Dank an Katharina Speckmann und Philipp Scholtysik
Foto: Christian Schuller

Eine Produktion von willems&kiderlen in Kooperation mit studioNAXOS. Gefördert durch das Kulturamt der Stadt Frankfurt am Main und das Hessische Ministerium für Wissenschaft und Kunst.

Presse

Getreu dem vom einstigen Obama-Stabschef Rahm Emanuel geprägten Bonmot „You never want a serious crisis to go to waste.“ Gute 90 Minuten kreisen sie um Selbstverwirklichung und Krise, in Abwandlung des Theater-Topos, dass Figuren ihren Stoff suchen – und hier, in einem Wortspiel, ringen sie um ihre Fassung. (Frankfurter Allgemeine Zeitung)

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STREAM: wearing haevy boots

Premiere: 12. März 2021, Video-on-Demand bis 14. März

HELLA LUX rückt der Trauer auf den Pelz, begibt sich in traurige Wälder, folgt einsamen Pfaden, im Wunsch sich zu verirren und auf unbestimmte Zeit verloren zu gehen. Im Erforschen geteilter Erschöpfung und Sehnsucht, im Anhänglich-Sein, an das, was bleibt, wagen sie den Versuch, sich im Dickicht einzurichten, sich Höhlen zu bauen und ins Unbestimmte vorzutasten. Auf einen Tropfen warten, sich Wasser wünschen, Sturzbäche, Wut. Sich im Universum wiederfinden. Etwas auflesen, mitnehmen und im Trauern der anderen etwas Tröstliches für das eigene Vermissen bergen.

Ausgehend von der Motivik beliebter Trauerkarten schafft das Kollektiv HELLA LUX in waering heavy boots eine eigene Kartographie der Trauer aus assoziativen Bildern und Soundräumen für alle ab 12, die sich mit Alleinsein, Teilen und Anteilnahme auseinandersetzen wollen.

Eine Produktion von Hella Lux
Konzept, Text und Performance: HELLA LUX, Louisa Beck, Hanna Steinmair, Ewelina Zielonka
Künstlerische Leitung: Liljan Halfen und Milena Wichert
Choreografie: Ewelina Zielonka
Musik: Louisa Beck
Licht: Patrick Kerner
Filmschnitt: Milena Wichert
Kamera: Rudolf Wichert
Produktion: Mariya Barashka

Die Produktion entstand in Kooperation mit studioNAXOS und der jugend-kultur-kirche sankt peter. Das Projekt wird gefördert durch das Kulturamt der Stadt Frankfurt am Main, das Hessische Ministerium für Wissenschaft und Kunst, die Stiftung Andere Zeiten, EKHN Stiftung und die Evangelische Zukunftsstiftung. Geprobt im Z. Zentrum für Proben und Forschung Frankfurt.

Presse

Die Assoziationsräume, die von den Performerinnen eröffnet werden, zu Themen, die weitgehend tabuisiert sind, laden ein, sich weiter auseinanderzusetzen. Mit dem Hai in uns. (Frankfurter Allgemeine Zeitung)

Preisträgerin in der Kategorie Raum. Zeit. Fiktion: Hessische Theatertage 2021

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STREAM: The Fraternity

Frankfurt-Premiere: 26. Februar 2021, Video-on-Demand bis 28. Februar.

Er hat etwas Störrisches und Unbeholfenes, der Filz, der diese Choreografie trägt und ermöglicht. Die Zeit des Filzes ist immer jetzt. Er ist zwar das älteste Textil der Welt, verhält sich jedoch wie ein Teenage-Punk – no future and no past. Der gewebte Stoff hingegen kennt Zeit, wie wir sie kennen, er weiß um die Vergangenheit, die Gegenwart und die Zukunft, weiß um Sparpläne und Fotobücher. Und kennt, anders als der Filz, die Vorfreude, das Erinnern und das Bedauern. In THE FRATERNITY machen sich drei Frauen auf die Suche, die Zeit auszusetzen. Hierbei wird Tanz zu einer Erfahrung, die mehr dem Filz und weniger dem gewebten Stoff gleicht. Es entsteht eine Textur, auf der man sich ein wenig ausruhen kann, die mit keinerlei Erwartungen kommt, außer der Zeit, die man zusammen verbringt.

There is something stubborn and awkward about felt, that carries and facilities this dance. About it being the oldest textile in the world. And about the felt’s time being always now, like a teenage punk – it has no future and no past neither. The woven fabric on the other hand knows time how we know it, it knows about the past, the present and the future. It knows about saving plans and photo books. Unlike the felt it knows about anticipation, reminiscence and regret. In THE FRATERNITY three women come together in an idle search of suspending time in which dance becomes a smokescreen for an experience that is more like the felt and less like the woven fabric. They offer a texture that one can rest upon a little, that comes with no expectations except for the time that is spent together.

Choreografie: Emmilou Rößling | Performance: Emmilou Rößling, Rachell Bo Clark, Tarren Johnson | Licht: Maika Knoblich | Foto: Daiva Tubutyte

Die Produktion entstand in Kooperation mit studioNAXOS und wird unterstützt durch das Kulturamt der Stadt Frankfurt am Main und die Berliner Senatsverwaltung für Kultur und Europa. Residenzen: workspacebrussels, DAS Choreography

Presse

Zwischendurch wird eine Dose Cola geöffnet, aus dem Trinken eine Art gemeinsames Spiel. Ein Ausprobieren ohne Ziel im Blick, ohne Eile, ohne sich an gewohnten Formen der Zeitwahrnehmung zu orientieren. (Frankfurter Allgemeine Zeitung)

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LIVE in ZOOM: Die Perser

Chorstück für eine Solistin frei nach Aischylos

Premiere: 4. Februar 2021, weitere Aufführungen: 5. und 6. Februar
Dauer: 55 Minuten

Die überlegene persische Flotte wird bei Salamis von den Griechen vernichtend geschlagen. Acht Jahre später bringt Aischylos das Geschehen aus der Perspektive der besiegten Perser auf die Bühne. Heute, 2500 Jahre nach dem historischen Ereignis, gilt das Stück als Versuch, den unerwartet besiegten Feinden eine Stimme auf der griechischen Bühne zu verleihen. Dieser Perspektivwechsel bietet den Anknüpfungspunkt für eine performative Adaption: Das von Aischylos entworfene monumentale Panorama des antiken Kriegsgeschehens wird von einer Solistin berichtet und nachgestellt. Aus der Unmöglichkeit, der Perspektive der Feinde gerecht zu werden, und der Unmöglichkeit, als einzelne eine Schlacht darzustellen, ergibt sich eine spekulative, tastende Annäherung an den historischen Stoff und die Frage, wie Empathie über den Graben der Feindschaft hinweg möglich ist.

Regie und Performance: Philipp Scholtysik | Performance: Bettina Földesi | Dramaturgie: Jacob Bussmann | Kamera und Masken: Laila Gerhardt

Die Produktion entstand in Kooperation mit studioNAXOS. Das Projekt wird gefördert durch das Kulturamt Frankfurt am Main und das Hessische Ministerium für Wissenschaft und Kunst.

Pressestimmen

Höchst sinnfällig verschlankt. Es hat eine erstaunliche Eindringlichkeit. (Frankfurter Rundschau)

In der Tat zeigen sich diese „Perser“ zunächst einmal vor allem ziemlich nackt, spröde und im Grunde ganz und gar abstrakt. Plausibel aber sind sie allemal. (Frankfurter Allgemeine Zeitung)

Was es nicht war, war abgefilmtes Theater auf einer Bühne, das hat man ja auch verschiedentlich jetzt gehabt. (…) Diesen rauen, archaischen Klang so zu verfremden oder einzublenden macht schon Sinn. (…) Eine sehr eigene Inszenierung, man schwankt so ein bisschen beim Zusehen zwischen der Sehnsucht nach einem normalen Theater und der Anerkennung, dass da aus der Not etwas Kreatives entstand. (HR2)

Webseite Philipp Scholtysik

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STREAM: Extreme Love im Wohnzimmer am Ende der Welt

Eine (post-)ökologische Performance mit elektronischer Musik


Während die Theater schließen und sich alle zurückziehen, haben auch wir die Bühne verlassen und bereiten unser weiteres Verschwinden zu Hause vor. Im Wohnzimmer irgendwo zwischen Raumpflege und Topfpflanzen passiert etwas. Unzählige Partikel stellen Verbindungen zwischen uns und der Welt her, die eine Art der Vernetzung spürbar machen, von der wir uns nicht zurückziehen können. Fern von Posts, Likes und den digitalen Kontaktmöglichkeiten der Menschen stoßen wir auf eine die Welt umspannende Beziehungsform, die auf einer seit Jahrmillionen dauernden Vertrautheit zwischen den unterschiedlichsten Lebensformen aufbaut. Mikrobakterielle Strukturen sind längst dabei, das Innen und Außen aufzulösen.

Trotz aller gegenwärtigen Bedrohungen lädt „Extreme Love im Wohnzimmer am Ende der Welt“ dazu ein, eine Intimität mit unbelebten und belebten Mikrobewohnerinnen und Mikroerbauerinnen einer fremden und doch so vertrauten globalen Welt zu erfahren, die sich jeder Grenzziehung und Beherrschungslogik widersetzt. Schicht für Schicht untersuchen wir gemeinsam das Verhältnis von uns, unseren Ichs zu der Welt mit, in und durch die wir leben. Das Experiment ist dabei gleichermaßen ein Versuch, zu verstehen und Verantwortung abzugeben.

Performerin Gal Fefferman, die online im Raum an- und abwesend gleichzeitig ist, und eine Wohngemeinschaft derer, die sonst hinter der Bühne leben, versuchen Gemeinsamkeiten mit kaum wahrnehmbaren Lebensräumen zu entdecken, um ihre vermeintliche Isolation aufzulösen. Sie haben die Umzugskisten für eine andere, zukünftige Welt gepackt und gestalten das Wohnzimmer für eine neue Art des Zusammenlebens um: langsamer werden, sitzen bleiben und zuhören. Was ist überhaupt noch zu hören und wem ist zuzuhören, wenn zwischen Fake News Verwandtschaften von Erdbeben zu singenden Walen hörbar werden und Synthesizer-Klänge aus Sandstürmen der Atacama-Wüste auf Klangcollagen von Mikroben treffen?

Die Video-Performance, eine Inside-Out-Variante der Live-Performance, sucht eine Liebesbeziehung mit der Welt im Ganzen: Wenn unser Inneres die Außenwelt ist, die immerzu in uns und durch uns durch geht, entstehen Mischwesen, die uns zu einem anderen Zusammenleben mit ihnen herausfordern. Welche neuen Formen der Liebe können aus diesem Selbstverständnis entstehen, während wir uns im „Wohnzimmer am Ende der Welt“ vorbereiten, auf Zeiten, die noch keiner kennt und die dennoch kommen werden?

Performance: Gal Fefferman
Idee und künstlerische Leitung: Björn Fischer
Bühne und Licht: Laura Robert
Musik: Richard Millig
Produktion: Jonathan Kirn
Technische Assistenz: Dennis Hoss

Foto: Björn Fischer

Die Produktion entstand in Kooperation mit studioNAXOS. Sie wird gefördert vom Kulturamt der Stadt Frankfurt am Main, dem Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst, dem Musikfonds e. V. mit Projektmitteln der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien sowie der FAZIT-Stiftung.

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Hard Feelings (Ein Bericht für eine Akademie)

Auf “Tier” reimt sich vieles, auf “Mensch” reimt sich nichts. Kafkas kanonische Erzählung “Ein Bericht für eine Akademie”, die als letzter Nagel im Sarg des Menschen als Krone der Schöpfung gilt, wird in der Theaterperformance “Hard Feelings” mit einem hyperrealistischen Tier auf die Bühne gebracht. Erzählend erweist sich Kafkas Affe als Mensch, der geschickt seine eigene Fiktion manipuliert. Aber ein Affe, der erfolgreich Mensch geworden ist, wird nicht einfach frei, sondern landet in einem Netz von Fiktionen, das ihn bestimmt und begrenzt. Als Menschen bewohnen wir Nationalstaaten, leben in dysfunktionalen Familien, laborieren an unseren Biografien – fragwürdige Fiktionen, die man trotzdem nicht einfach abstreifen kann. Vermittelt von moderner 3D-Tracking-Technik erwecken ein Pianist und ein Gorilla Kafkas Fiktion zum Leben.

Mit: Judith Altmeyer, Jacob Bussmann, Laila Gerhardt, Tobias Rauch und Philipp Scholtysik
Bühne/Regie: Jakob Engel und Jan Philipp Stange
Dramaturgie: Philipp Scholtysik
Kostüm: Maylin Habig
Künstlerische Produktionsleitung: Carmen Salinas
Licht: Simon Möllendorf
Musik: Jacob Bussmann
Bühnenassistenz: Laila Gerhardt, Tobias Rauch
Motion Capture: Stefan Klosterkötter

Eine Produktion von Stange Produktionen in Zusammenarbeit mit studioNAXOS und dem Ringlokschuppen Ruhr. Gefördert vom Fonds Darstellende Künste aus Mitteln der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien, vom Kulturamt der Stadt Frankfurt, vom Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst und durch „experimente#digital – eine Kulturinitiative der Aventis Foundation”. Gesponsert von Xsens® und Reallusion®.

Dank Tracking-Anzug wird aus Judith Altmeyer ein fast echter Gorilla. Eine Reflexion über das Menschsein, um das Theater, über Geschichte und Kulturgeschichte“ (Frankfurter Allgemeine Zeitung)

Eine Form der Aufkündigung letzter Grade der Figuren-Illusion, wie man sie kaum je gesehen haben wird: höchst eindrucksvoll.“ (Frankfurter Rundschau)

Infos: Stange Produktionen

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P – ein szenisches Denkmal für die polnischen Zwangsarbeiterinnen auf Naxos

Eine Veranstaltung der „Themenwoche gegen das Vergessen. Die Naxoshalle im Nationalsozialismus“.

Ein „P“ auf der Kleidung kennzeichnete die polnischen Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter im Dritten Reich. Damit sie sichtbar waren für alle. Damit sie die schlechtere Suppe bekamen. Damit sie nicht geimpft wurden. Damit sie nicht mit der Bahn fahren konnten. Damit sie nicht mit den Deutschen anbandeln sollten. Damit sie mal lernen sollten, was arbeiten heißt. Viele, die in der NAXOS-Union Zwangsarbeit leisten mussten, waren polnische Frauen. Das szenische Denkmal „P“ in und mit der Maschinenhalle auf NAXOS ist den Namenlosen gewidmet, die an diesem Ort gelitten haben, an dem wir heute Theater machen.

Theater Willy Praml
Konzept und Regie: Michael Weber
Mit: Hannah Bröder, Birgit Heuser, Anna Staab
Sprecherinnen: Asia Andrzejak, Urszula Chalupinski, Barbara Fokus, Marta Stegemann, Malgorzata Tarlowska-Buehl, Bozena Weiss
Maschinisten: Jakob Gail, Muawia Harb
Kostüme: Paula Kern
Licht und Ton: Simon Möllendorf, Nils Wildegans
Sprachaufnahme und Bearbeitung: Rebekka Waitz
Foto: Seweryn Zelazny

Infos: Theater Willy Praml

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Gespenster der Arbeit

Eine Veranstaltung der „Themenwoche gegen das Vergessen. Die Naxoshalle im Nationalsozialismus“.

In der Gewaltwelle der Arisierung des Nationalsozialismus wurde die jüdische Gründerfamilie der Naxos-Union aus der Firma gedrängt. Nachdem daraufhin Rudolf Herbst den Vorsitz der Firmenstiftung übernommen hatte, wurden während des zweiten Weltkrieges Zwangsarbeiterinnen für die Produktion eingesetzt. Die performative Installation von profikollektion führt mit Klang und Licht durch bekannte und unbekannte Orte der Zeitzeugin Naxoshalle. Zuschauerinnen treffen Performer*innen auf der Suche nach dem Anwesend-Abwesenden.

Von und mit: Ana Clara Montenegro, Julia Mihály, Verena Kutschera, Maria Kobzeva, Katja Kämmerer, Sharon Jamila Hutchinson, Maria Huber, René Alejandro Huari Mateus, Tom Diener, Jan Deck.

Foto: Katja Kämmerer

Gefördert vom Kulturamt der Stadt Frankfurt am Main, dem Musikfonds e.V. und dem Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst.

Infos: www.profikollektion.de

Gespenstische Pantomimen und Ballerinen begegneten den Besuchern in allen, vor allem dunklen Ecken (…) und geleiteten sie von Station zu Station. Dazwischen: Finsternis, Einsamkeit, Verlorenheit in der düsteren Arbeitsgeschichte dieses nur von klagenden Leuchtschriftbändern erhellten Ortes. (…) eindrückliche Performance und Installation.“ (Frankfurter Allgemeine Zeitung)

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Widerhall

Eine Veranstaltung der „Themenwoche gegen das Vergessen. Die Naxoshalle im Nationalsozialismus“.

„Die Welt würde aufatmen, wenn endlich einmal ein menschliches Wort fiele.“ (Fritz Bauer)

Im Dezember 1963 beginnt in Frankfurt der größte innerdeutsche Strafprozess zu den Verbrechen in Auschwitz. Staatsanwälte, Richter, Verteidiger, Dolmetscherinnen, Pressevertreterinnen und Frankfurter Bürgerinnen begleiten die Konfrontation zwischen Angeklagten und Zeuginnen. In der Theaterperformance WIDERHALL lässt das Kollektiv Bornstein / Casagrande / Haagen / Schwesinger die originalen Tonbandmitschnitte der Prozesse auf heutige Fragen, Sichtweisen und Stimmen ehemaliger Prozessbeteiligter und deren Nachkommen treffen.

Regie: Marie Schwesinger
Bühnen- und Kostümbild: Loriana Casagrande
Komposition und Soundcollagen: Camilo Bornstein
Performance: Marlene-Sophie Haagen
Produktionsleitung: Mariya Barashka

Foto: Christian Schuller

Gefördert vom Fonds Darstellende Künste, dem Kulturamt der Stadt Frankfurt am Main, der Holger Koppe-Stiftung, dem Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst und dem Fritz Bauer Institut, mit freundlicher Unterstützung der Jüdischen Gemeinde Frankfurt am Main K.d.ö.R.

Herausragend im kulturellen Beiprogramm der Themenwoche war „Widerhall“ von Camilo Bornstein, Loriana Casagrande, Marie Schwesinger und der fantastischen Schauspielerin Marlene-Sophie Haagen in einer Collage mit Originaltönen aus dem Frankfurter Auschwitz-Prozess von 1963–1965.“ (die tageszeitung)

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Nicht der Himmel, vorletzter Versuch

Ein paar Schritte gehen und auf Philodendren und Efeututen treffen, die mit Elektroden verkabelt sind. Es bleibt nichts übrig, als sich ihnen anzuschließen: verbunden, die Umgebung zu erkunden.

DORFPRODUCT arbeitet an reduzierten, ritualisierten Vorgängen und Bewegungsstudien, die grundlegende Fragestellungen zu Gemeinschaft und Zusammenleben freilegen. In „Nicht der Himmel“ beziehen sie auch Nicht-Menschliches in ihre Choreografie mit ein.

Die Art und Weise, wie wir uns nach westlicher Tradition in ein Verhältnis zur Welt setzen, ist falsch. Nicht „wir“ und „die Welt“, sondern: Wir sind Teil der Welt. Es gibt mehr Lebensformen als den Menschen und es gibt Dinge, die wir nicht sehen können. Nicht der Himmel ist eine Performance, eine Klanginstallation und ein Zusammenkommen, in dem die Grenzen zwischen Körpern, zwischen Mensch, Pflanze und Maschine, verschwimmen.

Eine Produktion von DORFPRODUCT.
Performer: Sam Michelson
Künstlerische Leitung/ Regie: Simon Möllendorf
Sounddesign und -installation: Michel Nölle
Dramaturgie: Angelina Stross
Outside Eye: Caroline Rohmer
Mit Unterstützung durch Dawid Wozniak und Manuel Domke.

In Zusammenarbeit mit studioNAXOS und mit freundlicher Unterstützung des Kulturamts der Stadt Frankfurt sowie dem Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst.

„Wie schon in seiner Arbeit ‚Gesten der Zärtlichkeit‘ fokussiert Möllendorf auch hier die Erfahrung des Verbindenden und Gemeinsamen“ (Strandgut)

„Wo Pflanzen als halbe Menschen geoutet werden, drängt sich der Umkehrschluss auf: der Mensch als etwas schnellere, artikuliertere und fokussierte Pflanze. Michelson spielt das im Licht-Dunkel zum steten Schall
der mitgeschöpflichen Klick- und Schmatzlaute (Sounddesign: Michel Nölle) durch. (Frankfurter Rundschau)

„Eine besondere, konzentrierte Stimmung“ (HR 2)

„‚Nicht der Himmel'“ ist allemal ein höchst charmanter ‚vorletzter Versuch‘.“ (Frankfurter Allgemeine Zeitung)

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FLUFF

FLUFF verwebt flüchtige Bewegungen und sucht dabei nach dem Dazwischenliegenden. Intime Gesten verbinden sich miteinander und werden überlagert mit unterschiedlichen Strategien der Tarnung. Bekannte Formen erscheinen und verschwinden wieder, wie in einem sich ständig neugestaltenden Skulpturenpark. FLUFF verschiebt sich langsam aber stetig und Zeit wird lange gestreckt, bis Löcher entstehen.

FLUFF is a weave of passing movements, looking for the in- between and not quite yet. An entanglement of intimate gestures that tie a dance together through slowness and strategies of camouflage. Forms appear and are emptied out again, a bit like becoming one’s own sculpture park. FLUFF is constantly shifting and time is stretched out until it gets holes.

Choreografie und Performerin: Emmilou Rößling

Foto: Johanna Malm

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Am Wulst der Zeit

Uraufführung

Am Wulst der Zeit ist das Symptom auf der Suche nach einer Diagnose. Die Symptomatik: fragende Ahnungslosigkeit. Im Ausschlussverfahren nähern sich die Figuren dem heißen Brei, der sich jeder Konkretisierung entzieht. Präsentiert wird lediglich der Rest, der bleibt, wenn etwas auf den Begriff gebracht werden will, das nicht gänzlich in Begriffen aufzugehen scheint: Zurück bleiben Fragen, die im Nichts verlaufen. Das Suchen der Antworten stößt unweigerlich auf nur eine: man kann es nicht wissen, wenn man denn überhaupt je etwas verstehen kann.

In einem schier nicht greifbaren, breiigen Komplex bemühen sich vier Ahnungslose um Orientierung, versuchen miteinander in den Dialog zu kommen, sich etwas aufzubauen, sich dem Großen Ganzen zu nähern.

Spielerisch, resigniert, zurückgelassen, selten mal hoffnungsvoll. Und dann auch, ganz privat, tauchen die vermeintlich kleinen Fragen für das eigene Leben auf, die plötzlich, im Angesicht der anhaltenden Stagnation, die scheinbar wirklich wichtigen werden. Am Ende stehen alle am Anfang.

Regie: Jette Büshel
Bühne: Lisa Rinaldi
Dramaturgie: Elena Backhausen
Spiel: Lisa Heinrici, Andreas Jahnke, Liese Lyon
Sound: Chris Schwab
Stimme: Katharina Bach
Foto: Linnan Zhang

Autor: Till Wiebel

Till Wiebel ist einer der drei Gewinner einer deutschlandweiten Autoren-Ausschreibung, deren Texte sich mit Aspekten des Cum-Ex-Skandals befassen und an der sich im Frühjahr 2019 mehr als 90 Autorinnen und Autoren beteiligten. Die drei Gewinner-Texte wurden szenisch umgesetzt und hatten im Rahmen des What a mess / It’s Cum Ex-Fesivals am 18. Oktober 2019 in der Frankfurter Naxoshalle Premiere.

ParadiseNow_Motiv

Paradise Now: Die Letzte macht das Licht aus

Eine Gute-Nacht-Performance mit Neuer Musik

PREMIERE

„Wer schläft, ernährt sich von nichts, das von außen käme. Wie Tiere im Winterschlaf nährt sich der Schläfer von seinen eigenen Reserven. Er verdaut sich gewissermaßen selbst.“
(Jean-Luc Nancy
)

Ausgehend von der Frage ‚Was tun?‘ angesichts des zwischen Panik und Hoffnungslosigkeit schwankenden Rufs nach einer neuen ökologischeren Lebensweise, begeben sich vier Künstler*innen auf eine Mission, die zum erklärten Ziel hat, alle zu retten und dabei endlich Ruhe zu finden. Alle Hoffnungen, die Erde als letztes Gesamtkunstwerk neu zu gestalten, werden hierbei begraben und der Schlaf zum radikalen Widerstandsmoment gegen die Erschöpfung der letzten Ressourcen erklärt. In einer Zeit, in der die ganze Menschheit unterzugehen droht, wollen wir uns Zeit nehmen, in der Zeit, die drängt.

Aufgerufen zur Panik – als würde aus Greta Thunberg Pan, der Gott der Natur, selbst schreien – sitzen wir ruhelos an der Schwelle eines neuen Paradieses, und lauschen der eingeforderten Harmonie von Mensch, Tier, Pflanze und Mineral. Die Menschheit ist dazu aufgerufen, noch einmal zum Gärtner zu werden, zu einem besseren Gärtner, und seinen Garten Eden zu hegen und zu pflegen. Alle werden gemeinsam auf eine letzte Mission eingestimmt, die endlich wieder alles ins Lot bringen soll: die Rettung der Erde. Paradise Now! Vor dem Anfang und nach dem Ende dieses Auftrags, zwischen Erschöpfung und Schöpfung, bereiten wir unser Lager vor, legen uns nieder auf die Erde und lauschen einer anderen Zeit, hören ihr beim Wachsen zu, fallen in den Schlaf, lassen uns fallen und träumen den Traum einer anderen, harmonischeren, einfacheren Zeit. Ohne weiterhin Ressourcen zu verbrauchen, ohne die Erde zu erschöpfen, ohne andere auszubeuten schlafen wir, nachdem die Letzte das Licht ausgemacht hat, und die Nacht beginnt, die den neuen Tag enthält.

Performer*innen: Björn Fischer | Elisabeth-Marie Leistikow | Richard Millig | Maren Schwier
Konzept und Idee: Björn Fischer

Die Produktion entstand in Kooperation mit studioNAXOS.
Ermöglicht wurde das Projekt durch das Kulturamt Frankfurt am Main,
das Hessische Ministerium für Wissenschaft und Kunst und das Bistum Limburg.

weary

In weary, three dancers give up on the vertical in favour of the horizontal. Shifting, turning and waiting, their bodies asks for the right to remain unfixed, to speak as no one.

Concept and choreography: Else Tunemyr. By and with: Catalina Insignares, Else Tunemyr, Zuzana Žabková. Dramaturgy: Henrike Kohpeiß, Carolina Mendonça. Support: Kulturamt Frankfurt, Hessische Theaterakademie.

Henrike Kohpeiß, Catalina Insignares, Carolina Mendonça, Else Tunemyr and Zuzana Žabková met during their studies for the MA in Choreography and Performance at the Institute for Applied Theatre Studies in Giessen, Germany. They keep the structure of their collaboration purposefully unfixed, and together and with others they develop various work, affections and affiliations.

No hero land

Das Schiff fährt, das Schiff fährt weiter. Ich habe eine Stimme gehört, sie hat mich gerufen. Wo bin ich? Was mache ich?

Das Meer verspricht eine Überschreitung der Gesetzmäßigkeiten an Land, hier beginnt das Reich der zahllosen, gestaltlosen Möglichkeiten. Das Wasser der Ozeane beschwört zugleich Segen und Tod, Erfüllung und Enttäuschung. Auch aktuell ist das Meer vage und fremd. Das Fremde zieht den Menschen an, egal, ob es ihn reizt, verführt, oder beängstigt. Vom Meer her ruft eine Stimme nach einer anderen, einer besseren Welt – einer Welt, in der Umwertungen, Umkehrungen und Umdenken möglich ist. Utopien wurden immer als eine Insel im Herzen der Meere bezeichnet. Eine Insel, die sich aus dem Meer erhebt, während man hinfährt.

No hero land ist ein Versuch, wieder über unsere Beziehung zu Utopien nachzudenken, über unsere Beziehung zum Wasser, zum Meer. Wo sind wir? Was machen wir?

Regie: Sahar Rezaei
Musik: Jan Burian
Dramaturgie: Mir Saeed Rezaei
Kostüme: Mareike Wehrmann
Mit: Julia Pitsch, Eike Hackmann und Katharina Speckmann und Alina Hupperz

Eine Kooperation von studioNAXOS in Zusammenarbeit mit dem Studiengang Regie der HFMDK Frankfurt unter der Leitung von Prof. Hans-Ullrich Becker und der Hessischen Theaterakdaemie