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5,97 x 10²⁴ kg oder die Masse der Welt eine Serie in sich verschachtelter Albträume

22., 23., 24. April 2022

The world always exceeds nature, or, more exactly, world and nature are temporal reference points: nature is what is established; the world is what is coming.
(Bruno Latour: Facing Gaia)

5,97 x 10²⁴ kg ist ein Versuch die Komplexität der Welt zu umarmen. Der homöostatische Zustand der Welt scheint gestört und so machen wir unsere Alpträume zum Material für eine Begegnung mit der Cyborg-Erde und durchstoßen dabei die Grenzen zwischen Mikro und Makro, zwischen Außen und Innen, zwischen Natur und Technologie. Bei Tag eine interaktiv erfahrbare Installation, wird sie bei Nacht zum Schauplatz und Instrument für eine Konzert-Performance von drei insektenhaften Kreaturen und einer neugeborenen Androidin.

Die Arbeit, mit der Lisa Horvath ihren Master am Institut für Angewandte Theaterwissenschaften in Gießen abschließt beschäftigt sich mit dem Begehren und dem Scheitern, sich als Individuum innerhalb der komplexen Zusammenhänge und kaum greifbaren Dimensionen unserer Welt zu verorten. Es wird dabei zum Motor, uns den Topografien, Organismen, Strukturen und Zusammenhängen der Welt zu nähern - aus unserem eigenen dynamischen Standpunkt, durch den Körper, die Sinne, durch unsere technologischen Erweiterungen, durch Dekonstruktion und Rekonstruktion aber vor Allem durch Imagination, Naivität und Neugierde.

Trailer:

Foto: Lisa Horvath

Konzept/Idee/Performance: Hanna Röhrich und Patricija Bronić

Idee / Konzept / Regie / Text / Szenografie / Visuals: Lisa Horvath
Musik und Performance: Kristin Gerwien
Musik und Interaction-Design: Valerio Zanini, Nick Acorne
Dramaturgie: Victoria Fux

Ein Gastspiel des NFT (Netzwerk Freie

Koproduktion mit La Strada Graz
Gefördert von Stadt Graz, Land Steiermark, Hessische Theaterakademie

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Das Baubo Reenactment

26., 27. März 2022

Ich, Baubo, bin gross, bin breit, bin voll.
Spreche. Will gehört werden.
Bin nicht glatt, nicht duftend, nicht rosa.
Ich, Baubo, schenke dir Verständnis, bin bei dir.
Ich, Baubo, weiss: Du bist gut so wie Du bist.

Das Baubo Reenactment ist eine zeitgenössische Auseinandersetzung mit dem unerzählten Mythos der Baubo. In ihrer ersten abendfüllenden Produktion schaffen BRONIĆ/RÖHRICH neue Möglichkeiten für eine Sichtbarmachung des weiblichen Geschlechts. Der antike griechische Mythos wird in Bezug gesetzt mit dem Status Quo der Gleichstellung der Geschlechter in Westeuropa. In einer rituellen Performance reenacten sie Baubos Geste, mit der sie die Fruchtbarkeitsgöttin Demeter tröstete und zum Lachen brachte. Das Publikum ist zu diesem spielerischen Ritual eingeladen, um sich mit den «Erbinnen Baubos» zu solidarisieren und einen gemeinschaftlichen Moment zu erfahren.

Trailer:

Foto: Arthur Bauer

Konzept/Idee/Performance: Hanna Röhrich und Patricija Bronić
Text: Hanna Röhrich, Patricija Bronić, Tanja Krone
Outside Eye: Tanja Krone
Bühne: Skafte Kuhn
Musik: Tobias Schmitt
Kostüm: Melanie Riester
Ausstattungsassistenz und technischer Support: Stefan Schneider
Trailer: Jonas Becher
Technik: Torsten Mitsch

Ein Gastspiel des NFT (Netzwerk Freier Theater).
Koproduktion mit dem zeitraumexit e.V. und BodyLeaks Festival for Female Empowerment & Interconnection. Premiere im zeitraumexit e.V. Mannheim am 3. Dezember 2021.
Dieses Projekt wird ermöglicht im Rahmen des Programms »Verbindungen fördern« des Bundesverbands Freie Darstellende Künste, gefördert von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien.

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MUTTERWERK

11., 12., 13. März 2022

Wie äußert sich meine Wut, wie darf sie sich äußern? Wie brutal, wie lustvoll darf eine Frau sein? Was, wenn eine Mutter ihr Kind konditioniert? Was, wenn eine Generation ihre Kinder konditioniert? Welches Ideal von Mutterschaft wohnt in meinem Kopf? Wie stehen Frauen zwischen 35 und 60 zu Mutterschaft? Mit welchen Idealen von Frau- oder Mutter-Sein sind sie konfrontiert? Sind sie meine Zukunft?

MUTTERWERK führt die Zuschauenden in einen Rundgang, der bei Klyteimnestras entfesselter Wut beginnt, der auf Erziehungsmethoden der NS-Zeit und deren Folgen zurückschaut und der schließlich Frauen zuhört, die Stellung beziehen, zu sich als Frau, Partnerin und Mutter. Eine audiovisuelle Installation zwischen Dokumentation und Inszenierung.

Eine Arbeit von Anna Renner mit Unterstützung von Olivia Ronzani (Szenische Begleitung), Tanja Höhne (Dramaturgie), Johannes Kühn (Sound-Begleitung) und Felipe dos Santos Boquimpani (Lichtkonzept). Mit Ursula Maurer, Jessica B., Dörthe Krohn, Joyce C., Cathleen, Luciana M., Arzu Ergün-Demir, Moni Schumm und anderen.

Danke an Linda Kagerbauer, Katharina Schröck, Annette Eidmann, Livia Andrea Piazza, Jörn Ahrens, Pinar Gümüs Mantu, Bernhard Siebert, Gerald Siegmund, Jan Deck, Elisabeth Schweeger, Franziska von Blarer, Eva-Maria Höhne, Hannah und Ben, Jonas, Herbert, Sven, Alice, Flo, Sina und Olli, Chris und das studioNAXOS-Team.

Foto von Tanja Höhne, Olivia Ronzani und Anna Renner; inspiriert von Francesca Woodman.

Die Produktion entsteht in Kooperation mit studioNAXOS. Sie wird gefördert vom Kulturamt Frankfurt am Main, dem Kulturamt Gießen, der Hessischen Theaterakademie und der Justus-Liebig-Universität Gießen.

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Extreme Love im Wohnzimmer am Ende der Welt

Premiere: 12. November 2021
Weitere Vorstellungen: 13., 14. November 2021

Hyper-Sensible Performance-Installation mit elektronischer Musik von neco_nart

Neco_Nart suchen in ihrer neuen Arbeit nach einem anderen sinnlichen Zusammenl(i)eben mit allen, wirklich allen Lebenden in und um uns herum. Sie haben dazu einen wandelbaren Spiegelraum gebaut, der unendlich viel Platz verspricht. Gerade genug Platz, um den wahnwitzigen Versuch zu wagen, die Erde im Ganzen nach Hause zu holen.

In einer multimedialen Installation aus weltweit verstreuten Bildern und Klängen ertönt die Stimme einer Zurückgezogenen, die danach fragt, wie man in Ruhe leben und lieben kann, wenn sich immerzu alles ändert. Selbst der Körper ist nicht mehr der eigene, wenn Darmbakterien unsere Entscheidungsfähigkeiten und Zucker unsere Freiheit beeinflusst und mehr menschliche als nicht-menschliche Zellen in uns existieren. Aber genau dort im Bauchhirn, wo man sonst zu bestimmten Zeiten Schmetterlinge spürt, finden sich Spuren einer hoffnungsfrohen Liebe zwischen Makro- und Mikrowelt.

Mit bis zu 15 Besucher*innen folgt man diesen Spuren einer polyamorösen Beziehung, die seit Jahrmillionen überall gelebt wird - in den Meeren, in den Wüsten, im Erdinneren und auch in unseren Körpern. Während sich die wohl älteste Liebesgeschichte entwickelt, trifft man auf sensible Schwellenereignisse, kaum wahrnehmbares Licht und Klänge, die sich beinahe dem Ohr entziehen, um dann mit einer Klangwelt zu kollidieren, die das tönende Universum verspricht.

Gemeinsam mit der Erzähl-Stimme befindet man sich bald in einem zunehmenden Wechselverhältnis mit den kaum noch unterscheidbaren Kleinst- und Großwelten. Eigene Field-Recordings aus der häuslichen und außerhäuslichen Umgebung verweben sich mit Public-Domain-Recordings - von Brutgesängen aus Neuseeland, über das Eis der Arktis bis zu unterirdischen Höhlenbewohner*innen. Entlang einem feingliedrigen Gewebe aus ASMR (körperlich spürbare Berührung durch Töne), Soundscaping und granular-synthetischen Prozessen entwickelt sich langsam eine psycho-akustische Wanderung bis in den menschlichen Körper hinein. Symbiotic Body. Symbiotic World.

neco_nart sind während Extreme Love : Björn Fischer, Laura Robert
Produktionsleitung und Outer-Eye: Jonathan Kirn
Live-Elektronik: Richard Millig

Extreme Love im Wohnzimmer am Ende der Welt entstand in Kooperation mit studioNAXOS. Gefördert vom Musikfonds e.v. mit Projektmitteln der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien, dem Kulturamt der Stadt Frankfurt am Main, dem Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst, der FAZIT-Stiftung, sowie dem Bistum Limburg.

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Walk: Daydreaming the Archive

15., 16., 17. Otober 2021

Ein performativer Spaziergang durch Frankfurt am Main, geführt von Postmigrant*innen.
Startpunkte: Bornheim, U-Bahn Höhenstraße, U Höhenstrasse, Ausgang Berger Straße/ Höhenstrasse/ Habsburgerallee/ Saalbau Bornheim. Dauer ca. 3 Stunden.

Der Spaziergang führt durch eine affektive Kartografie der Stadt, die sich zwischen verlorener und wiedergewonnener Orientierung bewegt: von Kindheitserinnerungen an den Krieg in Bosnien bis zu einer Hommage an die Heimatstadt Buenos Aires durch Operngesang auf den Straßen von Bornheim, von der Wiederholung der in verschiedenen Breitengraden mehrfach gegangenen Schritte auf dem Frankfurter Hauptfriedhof bis hin zu Soundscapes, die von verlorenen, gescheiterten oder erwarteten Fotografien aus Familien- und Stadtarchiven sprechen.

Daydreaming the Archive ist eine (un)mögliche Zusammenarbeit einer Gruppe von Künstler*innen und Postmigrant*innen, die sich aufgrund der Pandemie und den Arbeitsbedingungen nicht als Gruppe treffen können. Bei einem Spaziergang durch die Stadt untersuchen sie, wie Tagträume einen Ort in einem urbanen Raum schaffen, wie dislozierte Erinnerungen andere Formen des Bewohnens der Stadt hervorbringen und wie Postmigrant*innen zu Reisenden in ihrer eigenen Stadt werden.

Initiiert und choreographiert von einer Gruppe postmigrantischer Künstlern*innen, die sich am Institut für Angewandte Theaterwissenschaft in Gießen kennenlernte: Olga Popova, Felipe Dos Santos, Bárbara Galego und Diana De Fex. Abwechselnd übernehmen sie die Rollen von Moderatoren, Choreographen und Pädagogen und arbeiten mit sechs anderen Postmigrant*innen zusammen, darunter zwei Opernsänger, ein Amateurfotograf und Gärtner, eine NGO-Mitarbeiterin, eine Mutter und Eventmanagerin und ein Plastikflaschen-Recycler: Sol Crespo und Walter Castillo, Debo Seabra, Khabeer Singh, Dajana Kubat, und bergie (gesprochen ber-hy). Mit der dramaturgischen Unterstützung von Alice Nogueira und Maria Tsitroudi sowie vom Institut für Angewandte Theaterwissenschaft.

Projektinitiatorin: Diana De Fex
Co-Choreograf*innen und Fazilitator*innen: Olga Popova, Felipe dos Santos, Barbara Galego, Diana De Fex
Mitwirkende Teilnehmer*innen: Khabeer Singh, Debo Seabra, Dajana Kubat, Sol Crespo, Walter Castillo, und Bergie (gesprochen ber-hy)
Dramaturgie-Forschungsphase: Alice Nogueira
Dramaturgie Produktionsphase: Maria Tsitroudi
Mediator: Robert Klement
Filmteam: Khabeer Singh, Arnab, Luis Tutalcha, Tracey Parsons, Agni

Produktionsmanagement-Beratung: Carmen Salinas
Website Design: Evelyn Rodriguez
Plakat-Bild: Laura Bernhardt
Webseiten-Bild: Olga Popova
Logo Design: Fabián Andrés Franco Márquez

Als Dokumentation und fortlaufendes Archiv entsteht bis November 2021 die Site: daydreamingthearchive.com

In Kooperation mit studioNAXOS, unterstützt durch das NATIONALE PERFORMANCE NETZ - STEPPING OUT, gefördert von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien im Rahmen der Initiative NEUSTART KULTUR. Hilfsprogramm Tanz, das Kulturamt und das Amt für multikulturelle Angelegenheiten (AMKA) der Stadt Frankfurt am Main, die Hessische Theaterakademie (HTA), die Gießener Hochschulgesellschaft (GHG) und das ID_Tanzhaus Frankfurt Rhein-Main.

RESEARCH ON UNSTABLE GROUND. Live Action Role Play (LARP) & Reading Group

Reading Group: Juni & Juli 2021
LARP: 7. August 2021, im Rahmen der Frankfurter Sumpffestspiele

Wie mit dem Sumpf umgehen? Wie von ihm lernen? An den Rändern der Städte und Ebenen liegt ein Ort, weder Wasser noch Land: der Sumpf. Seine Kreaturen sind bedrohlich, was er berührt verrottet oder wird für Jahrhunderte konserviert. Aber wer lernt, sich im Sumpf zu bewegen und Teil von ihm zu sein, für die wird ist er ein Ort überraschender Verwandtschaften und ein Rückzugsort vor den Bewohnerinnen des festen Lands.
RESEARCH ON UNSTABLE GROUND versammelt Parabiologinnen, Schamaninnen und Geologen, Aliens, Künstlerinnen und Terraformer, Sumpfmonster und andere Spezialistinnen der Swampiness für ein gemeinsames Zusammentreffen im Sumpf und erforscht den Sumpf als monströse Landschaft des Anthropozäns sowie das LARP als kollektive Sympoiesis.

Initiiert von ScriptedReality

von und mit Rodrigo Andreolli, Tilman Aumüller, Ana Berkenhoff, Helena Eichler, Milena Fredricks, Liesa Harzer, Greta Katharina Klein, Kristina Kramer, Jule Kriesel, Anna Lublina, Thomas Meckel, Katharina Olt, Laura Pföhler, Léna Ramoné, Arne Salasse, Ruth Schmidt, Leena Schnack, Leah Schultze, Laura Stellacci, Zuzana Zabkova, Simon Zeller

Konzept: Tilman Aumüller, Ruth Schmidt, Arne Salasse
Set design: Alicja Wysocka
Assistenz: Deborah Nerlich
Beratung und Workshops: Nina Runa Essendrop, Kristof Trakal
Produktionsleitung Greta Katharina Klein
Dokumentation: Zuzana Zabkova
Technik: Jim Schwarz, Arne Salasse
Unterstützung bei der Durchführung des LARPs: Helena Eichler, Léna Ramoné, Felix Schwarzrock
Besonderen Dank an das Ziegel- und Klinkerwerk Franz Wenzel GmbH & Co KG für die Bereitstel-lung des Tons
Dank an: Bernhard Siebert, Will Osmond, das Team studioNAXOS, Angewandte Theaterwissen-schaft Giessen, Philipp Schulte, Friederike Thielmann & Jacob Bussmann

In Kooperation mit der Hessischen Theaterakademie und studioNAXOS. Gefördert vom Fonds Darstellender Künste aus Mitteln der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien im Rahmen von NEUSTART KULTUR, durch das Kulturamt der Stadt Frankfurt am Main.

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Panic Noon

Im Rahmen der Frankfurter Sumpffestspiele
Premiere 31. Juli 13 Uhr, weitere Termine 1. August 13 und 17 Uhr

Die Sonne steht hoch, die Schatten sind kurz. Richtungslos vergeht die Zeit nur langsam. Der Mittag ist eine kritische Passage, seine Rolle als eindeutiger Orientierungspunkt zweifelhaft. Trägheit breitet sich aus, die Gedanken driften ab — Denken ist wetterfühlig und an Arbeit ist nicht zu denken. Aber weil auch der Schlaf und seine Unwägbarkeiten bedrohlich wirken, gibt es keine Siesta. Stattdessen sind Dämonen hörbar, die vom Unbehagen singen, vom Überdruss und von dumpfer Beklommenheit.

Musik, Performance, Bild: Jacob Bussmann, Kostüm: Chiara Marcassa, Ton: Rupert Jaud, Choreografie: Hanna Steinmair, Dramaturgie: Henrike Kohpeiß, Outside Eye: Rahel Kesselring, Outside Ear: Barbara Borgir

Das Projekt wird gefördert durch das Kulturamt der Stadt Frankfurt am Main und das Hessische Ministerium für Wissenschaft und Kunst. Geprobt im Z — Zentrum für Proben und Forschung, ein Raum von ID_Frankfurt e.V und Werkstatt – a project space, initiated by Work of Act in collaboration with Joblinge at Danzig am Platz.

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Temporal Object #3: Future Technology

Im Rahmen der Frankfurter Sumpffestspiele

30. Juli (Premiere) und 31. Juli 2021, jeweils 17 Uhr bis 20 Uhr

Wie erfindet man die Zeit (neu)? Wie erfindet man Zeremonien – wozu die jamaikanische Schriftstellerin und Philosophin Sylvia Wynter einlädt – um die Wahrnehmung zu entkolonialisieren? Die Tanz-Performance Future Technology erkundet die Schwellen von Landschaft und Performance, Theorie und Therapie. Sie arbeitet an Netzwerken, in denen Performance nichts Individuelles ist, sondern das Ergebnis kollektiver Wechselwirkungen, die das Selbst destabilisieren. Future Technology arbeitet mit der Kraft der Passivität. Sie untersucht Prozesse, bei denen sich Geist und Körper öffnen und gleichzeitig in sich zusammenfalten. Mikroskopische Landschaften, die zum Andersblicken einladen. Eine Zusammenkunft.

Von und mit: Osamu Shikichi, Bruno Moreno, Benjamin Karim, Bertrand, Lisa Strozyk, Dan Kwon, Jackson Beyda, Lena Appel, Amina Szecsödy, Luis Garay, Gry Tingskog, Finn Leon Cam, Gabrielle Rendina Catani, Hemansingh Lutchmun; Dramaturgie: Lena Appel, Amina Szecsödy, Luis Garay; Mitwirkung: Gry Tingskog; Sound: Carlo Marchetti , Produktion: Nina Nadig, Mentor*innen: Bojana Kunst and Gerald Siegmund, Konzept, Bild: Luis Garay

Eine Kooperation von Luis Garay, studioNAXOS und dem MA CUP Choreography and Performance, ATW Institute, im Rahmen der Hessischen Theaterakademie (HTA), gefördert von der Werkstatt Frankfurt.

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6,5 Heldentode

Im Rahmen der Frankfurter Sumpffestspiele
Premiere: 29. Juli, weitere Aufführungen 1. und 6. August, jeweils 21 und 22 Uhr.

Wie stirbt eine Heldin? Wie zeigt sich Heldenhaftes in der Darstellung epischer Tode? Die spekulative Führung „6,5 heldentode“ widmet sich der Erforschung maskuliner Repräsentationsmechanismen und arbeitet an ihrer Unterbrechung. Eine weibliche Performerin nimmt sich die sterbenden Helden zur Brust und bringt es – wortwörtlich – für sie zu Ende. Um zu neuen Schlüssen zu gelangen: Wie müssten epische Szenarien aussehen, um auch „unheroische“ Körper, ihre Kämpfe und Geschichten zu beherbergen?

Ein weiterer Fokus liegt auf der Frage nach dem Ende. Was bedeutet es, wirklich etwas zu beenden, was bringt eine*n dazu, „Stop“ zu sagen? Ein Minipublikum wird direkt aufgefordert, persönlich Verantwortlichkeiten zu bestimmen und das Beenden zu übernehmen. So wird der Sumpf aus Zuschreibungen und medialisierten Darstellungen durchwandert und die Möglichkeit eines kollektiven Stops erkundet.

Konzept & Performance: Hanna Steinmair; Musik & Soundscapes: Kristin Gerwien; Dramaturgie: Helen Brecht; Kostüm, Requisite & Grafik: Chiara Marcassa; Technische Beratung Klang: Louisa Beck; Lichtkonzept: Rahel Kesselring; Bewegunsgcoach: Frédéric de Carlo; Titelcollage @ Chiara Marcassa; Dank an: DAV Kletterzentrum, Andreas Kaiser, David Bräuer

Gefördert durch das Kulturamt der Stadt Frankfurt am Main und die Hessische Kulturstiftung.

Presse

Die Qualität der Performance liegt gerade darin, dass sie im Gegensatz zu den großen Heldeninszenierungen kleine Mittel wählt und von der direkten Begegnung zwischen Steinmair und dem Publikum lebt. Dabei entstehen viele amüsante Momente. (Frankfurter Allgemeine Zeitung)

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Tie me knot

Im Rahmen der Frankfurter Sumpffestspiele
Premiere 23. Juli 2021, 21 Uhr

Der Sumpf als ein Refugium und Rückzugsraum exotischer, unbegehbarer Natur, von gefährlichen und gefährdeten Tieren und Pflanzen; der Sumpf als Fluchtort und -route von versklavten, desertierten und zurückgezogen lebenden Menschen: Wer soll eigentlich vor wem geschützt werden, wenn Landschaften wie diese eingegrenzt und zu Schutzgebieten erklärt werden? Die Tanzperformance TIE ME KNOT greift zwei sehr gewaltsame und kolonial geprägte Fantasien zum Sumpf auf – Kannibalismus und Knoten –, um die Ambivalenz von Abhängigkeiten zu untersuchen: In der Gratwanderung zwischen verschlingen und verschlungen werden, zwischen fesseln, sich binden und verbinden, zwischen Spiel und bitterem Ernst begegnen die Performer*innen nicht nur einander, sondern auch den Voyeuren, die von außen eindringen. Inwiefern braucht eine Gesellschaft Rückzugsräume für Geheimnisse? Und wie könnten diese – statt zur Bedrohung zu werden – Refugien von visionärer Fantasie sein?

Idee, Konzept: Simon Möllendorf, Caroline Rohmer; Regie: Simon Möllendorf; Raum: Nils Wildegans; Musik: Tobias Hagedorn; Performer*innen: Tom Diener, Gal Fefferman, Raimonda Gudaviciute, Annekatrin Kiesel, Evie Poaros; Outside Eye: Caroline Rohmer; Regieassistenz: Miguel Graetzer, Produktionsleitung: Dörthe Krohn, Produktionsassistenz: Alina Gorol

Eine Produktion von Dorfproduct in Zusammenarbeit mit studioNAXOS. Gefördert vom Kulturamt der Stadt Frankfurt, Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst, Kulturfonds Frankfurt RheinMain sowie durch den Fonds Darstellende Künste aus Mitteln der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien.

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Artist Talk

Virtual Reality 1:1-Performance
Premiere: 17. Juli 2021, diverse Termine an weiteren Tagen bis 5. September 2021

Glucksende Frösche, zirpende Grillen: In ARTIST TALK treffen Sie in einer virtuellen Landschaft auf einen menschlichen Avatar. Wie geht eigentlich Unterhaltung? Plappern, schwätzen, babbeln, schweigen: das Eigentliche bleibt ein Mysterium. Was kann man teilen, wenn das Gegenüber nicht aus Fleisch und Blut ist? In der 1:1-Performance ARTIST TALK, die immer individuell verläuft und vertraulich bleibt, entsteht mit Ihnen ein persönliches Tête-à-Tête zwischen Mensch und Avatar.

Performance: Judith Altmeyer, Regie/Bühne: Jakob Engel und Jan Philipp Stange, Digital Artist: Gloria Schulz, Sound: Laila Gerhardt, Dramaturgie: Philipp Scholtysik, Bühnenplanung und -bau: Marcus Morgenstern und Jesko Haschke, Motion Capture: Laila Gerhardt, Organisatorische Mitarbeit Regie: Pia Louise Jahn, Vermittlung: Janine Bürkli, Sara Gröning, Barbara Luchner, Ines Wuttke, Produktionsleitung: Alessia Neumann, Mitarbeit Produktion: Janine Bürkli, Sara Gröning, Barbara Luchner, Fotos: Camilo Brau, Interne Weiterbildung: Dr. Jessica Lütgens, Dr. Julia Schneider, Isabelle Zinsmaier. Vielen Dank an room fox für die Nutzung der Räumlichkeiten.

Eine Produktion von Stange Produktionen in Zusammenarbeit mit studioNAXOS, mit freundlicher Unterstützung des Kulturamts der Stadt Frankfurt, des Kulturfonds Frankfurt RheinMain sowie des Fonds Darstellende Künste aus Mitteln der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien für das anhängige Vermittlungsprogramm "Be my Guest". Gesponsert von Manus™. Stange Produktionen wird vom Kulturamt der Stadt Frankfurt am Main institutionell sowie vom Fonds Darstellende Künste mehrjährig gefördert.

Presse

"Eine eindeutige Empfehlung" (HR2)

"Die Performance wirft Fragen auf, was als Bühne verstanden werden kann, wo die Körper zu verorten sind und wo die Grenzen zwischen virtueller und realer Umgebung, zwischen Fiktion und Wirklichkeit verlaufen. Dadurch gelingt es der Arbeit zu faszinieren. Nicht für die Möglichkeiten der VR-Technik, sondern für die Grundfragen des Theaters." (F.A.Z.)

Weitere Infos: Stange Produktionen

sdr

Nein, einfach nein.

Im Rahmen der Frankfurter Sumpffestspiele

17., 24. Juli 2021 + 1., 8. August 2021

Discontent matters

Sie sind der Meinung, dass etwas in unserer Gesellschaft schief läuft? Sie haben es ja schon mehrmals gesagt, aber es hört ja keiner auf Sie? Sie fühlen sich machtlos, sind erzürnt und unzufrieden? „Nein, einfach nein“ lädt Besucher*innen ein, ihrer Stimme eine bleibende Form zu geben: Sie haben die Möglichkeit, eine persönliche Meinung über etwas, worüber Sie unzufrieden sind, in Worte zu fassen und in Marmortafeln einzumeißeln. Die Marmortafeln werden anschließend im Sumpf platziert und können am Ende des Festivals von ihren Autor*innen abgeholt werden. Und noch in tausend Jahren, wenn die Tafeln gefunden werden, wird man wissen: Sie waren nicht einverstanden!

Kommen Sie ohne Reservierung einfach vorbei und bringen Sie etwas Zeit mit. Ergreifen Sie einen Meißel und verleihen Sie Ihrem Unmut Gewicht.

Konzept, Umsetzung, Foto: J.F. Schmidt-Colinet
Mit Dank an: Philipp Schulte, Li Lorian und Asja.

Gefördert durch das Brückenstipendium der Hessischen Kulturstiftung.

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In Grund und Boden

Im Rahmen der Frankfurter Sumpffestspiele
IN GRUND UND BODEN Premiere: 16. Juli, weitere Aufführungen: 18., 24. und 25. Juli 2021, jeweils 20 Uhr

Es ist der Boden (der Erde, der Bühne), aufgesogen mit toxischen Materialien, der hier keine Bedeutung mehr tragen mag. Doch nun schwemmt es nach oben. Und mit ihm die saugenden Klänge des Moders, die wir traurig nennen. Und die Tiefenzählungen beginnen. Eine musikalisch-essayistische Begegnung mit Schlamm und Schauer trister Um- und Zustände.

THE GREAT SWAMP
Konzept: Jacob Bussmann, Rahel Kesselring, Friederike Thielmann, Ina Vera
Szenografie: Rahel Kesselring, Elisa Rivera, Ina Vera
künstlerische Mitarbeit: Tobias Rauch
Produktionsleitung: Martin Bien

IN GRUND UND BODEN
Inszenierung: Friederike Thielmann
musikalische Leitung: Jacob Bussmann
Szenografie: Rahel Kesselring, Ina Vera
Kostüm: Maylin Habig
künstlerische Mitarbeit: Anna Dieren, Tobias Rauch
mit: Judith Altmeyer, Jodlklub (Elisabeth Gabriel, Liese Lyon, Johanna Milz), Katharina Sommer (Violine), Nicola Vock (Kontrabass)
Produktionsleitung: Martin Bien
Foto: Friederike Thielmann

Eine Produktion der THE GREAT SWAMP Produktions-GbR in Kooperation mit studioNAXOS. Gefördert vom Fonds Darstellende Künste aus Mitteln der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien im Rahmen von NEUSTART KULTUR sowie durch das Kulturamt der Stadt Frankfurt am Main und das Hessische Ministerium für Wissenschaft und Kunst.

Presse

Eine sehr gelungene und sehr anregende Entschleunigung. (HR 2-Frühkritik)

In Thielmanns Performance scheint die skurrile Mischung aus Sumpf, Theatertechnik und Industrielandschaft geradezu bewohnt zu sein. (Frankfurter Allgemeine Zeitung)

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STREAM: Project.Fail

Premiere 7. Juni 2021 um 20 Uhr, online bis 10. Juni 2021

Im alltäglichen Verständnis bedeutet scheitern, einen Mangel an Erfolg zu haben, einen Mangel an wünschenswerten Eigenschaften oder sich in einem Zustand des „Nicht-Funktionierens“ zu befinden. Scheitern würde auch dafür stehen, sich selbst oder andere zu enttäuschen und die Ziele von jemandem nicht zu erreichen. Scheitern ist also eine Konsequenz aus einem vor-bestehenden Recht oder Unrecht.

Project.Fail ist ein Stück, das von zwei Menschen, einer Maschine und mehreren Betrachtern zusammengesetzt wird. Irgendwo an der Grenze zwischen der virtuellen und der analogen Welt agieren die Performerinnen mal als Menschen und mal als Avatare in einem Spiel um den Verlust/Gewinn von Macht und Kontrolle. Indem sie sich sowohl zueinander als auch zur unsichtbaren Maschine in Beziehung setzen, schlagen sie eine Situation vor, in der sie die Art und Weise, wie die Menschheit lebt, und die Entscheidungen, die uns zu unseren aktuellen Krisen und Misserfolgen gebracht haben, hinterfragen.

In englischer Sprache.

Konzept und Performance: Alice Nogueira und Ana Clara Montenegro
Dramaturgie: Alice Nogueira
Sprecher: Sven Rausch
Kamera und Videoschnitt: Talisa Frenschkowski und Simon Lenzen
Lichtdesign: Carina Premer
Ton-Bearbeitung: Jannis Wulle
Tonaufnahme: Felix Schwarzrock
Regie-Assistenz bei den Dreharbeiten: Rodrigo Andreolli
Foto: Talisa Frenschkowski

In day-to-day understanding, to fail is to have a lack of success, deficiency of desirable qualities or being in a state of “not functioning”. To fail would also stand for disappointing oneself or others, and not achieving someone’s goals. To fail is therefore a consequence of a pre-existing right or wrong.

Project.Fail is a piece composed by two humans, one machine and multiple viewers. Somewhere on borders between the virtual and analog worlds, the performers behave sometimes as humans and sometimes as avatars in a game of losing/gaining power and control. By relating to each other as well as to the invisible machine, they propose a situation for questioning the ways humanity lives and the choices that brought us to our current crises and failures.

Language: English

Die Produktion entstand in Kooperation mit studioNAXOS. Gefördert im Rahmen des Kulturförderprogramms „Hessen kulturell neu eröffnen”.

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STREAM: Mimicreatures

Premiere: 4. Juni, weitere Vorführungen 5. und 6. Juni 2021, jeweils 20 Uhr

Mimicreatures führt in eine imaginäre Parallelwelt im Grenzbereich der erdrückenden Enge der eigenen vier Wände und der schwindelerregenden Weite des virtuellen Raumes. Aus dem Verlust von Körperlichkeit und Materialität und der Sehnsucht nach Kollaboration und Austausch, entstand eine radikal-lustvolle Auseinandersetzung mit Material, Körper, Raum und den Möglichkeiten von Kamera und Bildschirm. Die Grenzen von realem und virtuellem Raum, dem Monströsen, Kybernetischen und Menschlichen verschwimmen. Die Mimicreatures – drei Kreaturen mit großformatigen Masken und elektronischen Körpererweiterungen – sind Kinder der pandemischen Gegenwart. Aus der Auseinandersetzung mit unseren gegenwärtigen psycho-sozialen Zuständen haben wir uns Avatare erschaffen, deren Masken nicht nur eine Barriere vor den Gefahren der Welt bieten, sondern gleichzeitig auch das Gegenteil ermöglichen. Sie kehren unsere inneren Zustände, Gefühle und Empfindungen nach Außen und geben ihnen ein Gesicht. Wir betrachten unser Inneres durch ein Vergrößerungsglas und machen es dadurch zu unserer Gefährtin. Sie sind die Anderen die wir selbst sind.

Am Ende des filmischen Teils werden die Zuseher*innen eingeladen uns mit einem Klick in einen gemeinsamen virtuellen Raum zu folgen. So möchten wir die Möglichkeit eines Austausches schaffen. Wir nutzen dafür die Plattform Mozilla Hubs die direkt über den Browser zugänglich ist.

Konzept, Produktion, Masken, Kostüm, Bühne, Postproduktion: Lisa Horvath
Choreographie und Performance: Eng Kai Er, Ana Clara Montenegro, Lisa Horvath
Musik: Sara Trawöger
Kamera, Licht: Merthe Wulf

In Kooperation mit studioNAXOS, gefördert von der Hessischen Kulturstiftung und der Hessischen Theaterakademie.

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STREAM: Annäherung an die Zärtlichkeit

Eine Erinnerung an Stöcke und Menschen

Premiere: 21. Mai 2021, Video-on-Demand bis 23. Mai sowie 27.-29. Mai 2021

Die Compagnie Dorfproduct denkt weiter über Zärtlichkeit nach, in ihrer neuen Produktion konkreter denn je in Bezug auf den Tod. Zwei Performerinnen erschaffen im Seitenschiff der Naxoshalle einen weitläufigen Raum, in welchem die Begegnung, die Entstehung einer gemeinsamen Erinnerung, das Einander-Begleiten im Sterben und die Trauer zu einem Kreislauf ritualisiert werden. So führt die Akzeptanz der Vergänglichkeit zur Zärtlichkeit. Denn während das Sterben und damit die Verletzlichkeit ein unausweichlicher Umstand des Lebens sind, wird die Zärtlichkeit zur Brücke zwischen der belebten und unbelebten Natur, die davon erzählt, was jenseits der Grenzen von Geburt und Tod möglich ist.

Mithilfe von Ästen und Stöckern bauen die Performerinnen Skulpturen und Unterschlüpfe, die von Gemeinschaft und Abhängigkeiten erzählen. In ihnen manifestiert sich die Einschreibung des Menschen in die Erde, die seit dem Ende der Eiszeit so tiefgreifend ist, dass Forscher*innen mittlerweile vom Anthropozän sprechen, weil sich der Mensch in den Mittelpunkt und über seine Abhängigkeit von natürlichen Ressourcen gestellt hat. In „Annäherungen an die Zärtlichkeit“ wird dieses Verhältnis zur Umwelt aufgebrochen. Ihre Formbarkeit durch die menschliche Hand führt zur Hinwendung an die Verletzungen von Mensch und Natur. Denn im Grunde sind Stöcke abgehackte Gliedmaßen von Bäumen, die sich unter das Schlachtfeld der Menschen mischen.

Konzept, Regie, Raum: Simon Möllendorf
Performerinnen: Gal Fefferman, Annekatrin Kiesel
Konzept, Outside Eye: Caroline Rohmer
Ton/Schnitt/Video: Hendrik Kühling
Foto: Dorfproduct

Eine Produktion von DORFPRODUCT in Kooperation mit studioNAXOS. Gefördert durch das Kulturamt der Stadt Frankfurt am Main und die Hessische Kulturstiftung.

Presse

Wie gemalt, dazu trotz Verfallserscheinungen leuchtend präsentiert sich die Naxoshalle in einem stillen kleinen Film „Annäherung an die Zärtlichkeit“ von der Compagnie Dorfproduct. (...) einer Zeremonie nicht unähnlich, muss sich die Zuschauerin auf eine geduldige wie genaue Betrachtung einlassen, die bald einer Meditation gleicht. (Frankfurter Rundschau)

Die Performance „Gesten der Zärtlichkeit“ hatte am 26. Oktober 2018 Premiere im studioNAXOS und wurde im April 2019 wiederaufgenommen.

Web_allgemein

Audio-Walk: Der Rache nicht

Premiere: 29. April 2021

Weitere Termine: 30. April, 2., 8., 9. und 23. Mai 2021

„Der Rache nicht“ ist ein ortspezifischer, dokumentarischer Audio-Walk im Stadtraum Frankfurt. Den Ausgangspunkt bilden die Biografien einiger vom NS-Regime verfolgter Frankfurter Künstler*innen, welche ab 1933 aus dem kulturellen Stadtleben gedrängt wurden.

Die Fotografinnen Nini und Carry Hess betrieben am Börsenplatz eines der berühmtesten Fotoateliers der Weimarer Republik. Hans Erl und Magda Spiegel gehörten zu den Starsängerinnen der Frankfurter Oper, der Schauspieler Joachim Gottschalk glänzte am Schauspiel im Rollenfach des Jugendlichen Helds. Von ihnen verliert sich die Spur in der fortschreitenden NS-Diktatur und wir begeben uns heute auf die Suche: Wie vollzog sich der Machtwechsel 1933 an den Frankfurter Theatern? Wie wirkte sich dies auf das künstlerische Leben Frankfurts und auf die Schicksale der Künstlerinnen aus? Welche Namen sind heute vergessen, die doch die 20er Jahre entschieden mitprägten? Der Audio-Walk des Kollektiv Widerhall (Bornstein/ Casagrande/ Haagen/ Schwesinger) gibt dem Publikum die Möglichkeit, die Geschichten der Künstler*innen in der Stadt zu verorten, welche wir täglich durchlaufen. Er verknüpft historisches Material mit fiktiven Textpassagen und sucht nach Interaktionen mit der heutigen Stadt.

Von und mit Louisa Beck, Loriana Casagrande, Jan Deck, Marlene-Sophie Haagen, Dennis Hoss, Marie Schwesinger. u.a.

Dauer: ca. 90 min
Laufdistanz: ca. 3 km (Der Walk ist barrierefrei)
Startpunkt: Frankfurter Innenstadt
Endpunkt: Frankfurter Westend

Die Produktion entstand in Kooperation mit studioNAXOS. Gefördert vom Kulturamt der Stadt Frankfurt am Main, vom Fonds Darstellende Künste aus Mitteln der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien und durch die Stiftung EVZ: Erinnerung, Verantwortung und Zukunft im Förderprogramm: local.history. Mit freundlicher Unterstützung des Schauspiel Frankfurt.

Presse

Die Hörerinnen und Hörer erfahren den öffentlichen Raum Schritt für Schritt, Platz für Platz, Kreuzung für Kreuzung physisch. Gleichzeitig legt sich darüber eine fortlaufende Tonspur voll detaillierter Informationen, die eine besondere Art der Interaktion ermöglicht. (Frankfurter Rundschau)

Dramatisch ist dieses dokumentarische Theater im öffentlichen Raum schließlich von ganz allein. Nicht nur im Hinblick auf die präzise recherchierten, eng mit den passierten Orten verbundenen Biographien, sondern auch eingedenk der Ermordung fast aller, denen "Der Rache nicht", wo kein Gesicht, so doch einen Namen und ein Gedächtnis gibt. (Frankfurter Allgemeine Zeitung)

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STREAM: Hineni

Premiere 9. April, 20 Uhr, Stream bis 11.4.2021

Here I am – הנני – Hier bin ich

Drei körperlich voneinander isolierte, vielleicht schwerelose Performerinnen, deren Atmung und Stimmen uns als Zuschauer*innen mitnehmen auf die Suche nach Gemeinschaft.

HINENI ist ein interdisziplinärer Austausch zwischen zwei Tänzerinnen und einer Sängerin, die auch in die jeweils andere Profession eintauchen sowie eine Auseinandersetzung mit weiblichen Körpern, die sich Raum und Präsenz nehmen. Die Sprache des Klangs können alle [Hörenden] verstehen, die Sprache der Bewegung alle [Sehenden] wahrnehmen und die Sehnsucht nach Gemeinschaft erleben gerade jetzt in Zeiten der Pandemie die meisten Menschen auf der Welt.

Performance: Magdalena Dzeco, Evie Poaros, Sophie Wenzel
Künstlerische Leitung / Choreographie: Gal Fefferman
Musikalische Leitung: Nicolai Bernstein
Film / Bühnenbild: James Chan-A-Sue
Kostüme: Patscharaporn Distakul
Audio Mischung: Josy Friebel
Bühnenbild Konstruktion: Tilman Stallknecht
Produktion Assistenz: Sam Michelson
Text: Julia Hagen
Foto: James Chan-A-Sue
Musik nach Schwanenlied von Fanny Hensel

HINENI ist gefördert durch das Hessische Ministerium für Wirtschaft und Kunst und unterstützt durch das Künstlerhaus Mousonturm und das Hessische Staatsballett im Rahmen der Tanzplattform Rhein Main sowie Oper Frankfurt und Eventlokal Hüttenwerk, Michelstadt.

Presse

Indem er dabei die Sehnsucht nach Präsenz aufgreift, weiß er zu berühren, ohne pathetisch zu werden. Etwas Übersinnliches schwingt dennoch mit. Der Titel erinnert daran: Es haftet dem Thema der Präsenz, besonders der stimmlichen, stets an. (Frankfurter Allgemeine Zeitung)

Nominierung: Hessische Theatertage 2021

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LIVE-STREAM: Good Advice

Ein Chor ringt um Fassung.

Premiere 5. April 2021, weitere Spieltermine: 6.-8. April 2021

Ein Unfall hat stattgefunden: dem Theaterraum ist etwas zugestoßen und nichts scheint mehr wie vorher. Auf der Bühne ist etwas Fremdes eingebrochen und in einer Ruinenlandschaft treten vereinzelt Spieler*innen auf, die allesamt unter gänzlich anderen Vorstellungen angetreten sind. Weder können sie ihrer Sehnsucht nach einer führenden Rolle in einem Musical stillen, noch ist eine anständige Fassung oder ein Plan gegeben, aus dem heraus sie überhaupt etwas anfangen könnten. So begeben sich die fassungslosen und überaus bedürftigen, führungslosen Spieler*innen als fünfköpfiger Mehrgenerationen-Chor auf die Suche nach einem Musical und damit gleichsam auf die Suche nach einer Normalität und Ganzheit, die es vielleicht so nie gegeben hat. Dabei wird keine Gelegenheit ausgelassen, um doch noch zu ihrem Auftritt als führende Rolle zu gelangen.

GOOD ADVICE ist eine Performance für einen Chor, der um seine Fassung ringt und in der das Nicht-Wissen und die Verunsicherung der Pandemie zur Ausgangslage wird, um darin zu fragen: Wie können wir in einer Krise als Gemeinschaft zu uns kommen?

Konzept / Text / Regie: Kim Willems
Textdramaturgie: Meret Kiderlen
Bühne & Ausstattung: Till Korfhage
Musikalische Gestaltung: Richard Millig
Regie- & Produktionsassistenz: Eva Streit
Lichtdesign: Frithjof Gawenda
Performance: Cornelia Niemann, Stephan Dorn, Simon Zeller, Greta Knorr, Helene Dueker, Asja Mahgoub
Mit Dank an Katharina Speckmann und Philipp Scholtysik
Foto: Christian Schuller

Eine Produktion von willems&kiderlen in Kooperation mit studioNAXOS. Gefördert durch das Kulturamt der Stadt Frankfurt am Main und das Hessische Ministerium für Wissenschaft und Kunst.

Presse

Getreu dem vom einstigen Obama-Stabschef Rahm Emanuel geprägten Bonmot "You never want a serious crisis to go to waste." Gute 90 Minuten kreisen sie um Selbstverwirklichung und Krise, in Abwandlung des Theater-Topos, dass Figuren ihren Stoff suchen - und hier, in einem Wortspiel, ringen sie um ihre Fassung. (Frankfurter Allgemeine Zeitung)

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STREAM: wearing haevy boots

Premiere: 12. März 2021, Video-on-Demand bis 14. März

HELLA LUX rückt der Trauer auf den Pelz, begibt sich in traurige Wälder, folgt einsamen Pfaden, im Wunsch sich zu verirren und auf unbestimmte Zeit verloren zu gehen. Im Erforschen geteilter Erschöpfung und Sehnsucht, im Anhänglich-Sein, an das, was bleibt, wagen sie den Versuch, sich im Dickicht einzurichten, sich Höhlen zu bauen und ins Unbestimmte vorzutasten. Auf einen Tropfen warten, sich Wasser wünschen, Sturzbäche, Wut. Sich im Universum wiederfinden. Etwas auflesen, mitnehmen und im Trauern der anderen etwas Tröstliches für das eigene Vermissen bergen.

Ausgehend von der Motivik beliebter Trauerkarten schafft das Kollektiv HELLA LUX in waering heavy boots eine eigene Kartographie der Trauer aus assoziativen Bildern und Soundräumen für alle ab 12, die sich mit Alleinsein, Teilen und Anteilnahme auseinandersetzen wollen.

Eine Produktion von Hella Lux
Konzept, Text und Performance: HELLA LUX, Louisa Beck, Hanna Steinmair, Ewelina Zielonka
Künstlerische Leitung: Liljan Halfen und Milena Wichert
Choreografie: Ewelina Zielonka
Musik: Louisa Beck
Licht: Patrick Kerner
Filmschnitt: Milena Wichert
Kamera: Rudolf Wichert
Produktion: Mariya Barashka

Die Produktion entstand in Kooperation mit studioNAXOS und der jugend-kultur-kirche sankt peter. Das Projekt wird gefördert durch das Kulturamt der Stadt Frankfurt am Main, das Hessische Ministerium für Wissenschaft und Kunst, die Stiftung Andere Zeiten, EKHN Stiftung und die Evangelische Zukunftsstiftung. Geprobt im Z. Zentrum für Proben und Forschung Frankfurt.

Presse

Die Assoziationsräume, die von den Performerinnen eröffnet werden, zu Themen, die weitgehend tabuisiert sind, laden ein, sich weiter auseinanderzusetzen. Mit dem Hai in uns. (Frankfurter Allgemeine Zeitung)

Preisträgerin in der Kategorie Raum. Zeit. Fiktion: Hessische Theatertage 2021