LIVE!TONIGHT!SOLD!OUT!- eine Grunge-Oper

LIVE!TONIGHT!SOLD!OUT! besingt den Selbstmord und das subversive Potential eines Begehrens, das nicht der Erfüllung, sondern dem Wunsch dient. Ein Pop-Requiem, ein Anti-Sprachrohr ohne Botschaft. Ein Abend nach Texten von Rainald Goetz, Kurt Cobain und der Kompositionstechniken von Morton Feldman.

„Man muss den Selbstmord vorbereiten, arrangieren, Stück für Stück herstellen, berechnen, die nötigen Zutaten zusammenstellen, ausdenken, auswählen, Rat einholen, ihn durcharbeiten, um ein Werk zu schaffen, das keinen Zuschauer hat und nur für einen selbst existiert, gerade so lange wie die kürzeste Sekunde des Lebens.“ Foucault

Darstellerinnen: Virginia V. Hartmann,Elisabeth-Marie Leistikow,Anja Signitzer

Regie:Daniel Schauf Dramaturgie und Textfassung: Björn Fischer
Musikalische Leitung: Richard Millig Regie-Assistenz: Hannah Brown Hospitanz:Lin Hanka

Gefördert durch das Kulturamt der Stadt Frankfurt und dem Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst.

Eine DRITTMITTEL PRODUKTION

preparation

Pre:paration

„More than 99.9 percent of species that have ever existed on Earth have gone extinct. Over the long run, it seems likely that humanity will meet the same fate.“

Das veränderungsresistente Wesen bereitet den Ernstfall vor. Abkapselung und Abschottung gegen die Katastrophen von außen, die letztlich alle menschengemacht sind – Prepping.
Um langfristig nicht nur das eigene Leben zu sichern, sondern auch das Überleben der Menschheit.
Gegen diese Sicherung des Status quo steht die Bereitschaft, jetzt auszusterben. Ein giftiger Gedanke der so ätzend ist, dass seine Umsetzung nur mit schmerzvoller Trauer möglich ist.

Von und mit: Raimonda Gudaviciute, Annekatrin Kiesel, Sanna Lundström, Simon Möllendorf, Caroline Rohmer, Nils Wildegans, Andreas Jahncke

Im Kooperation mit studioNAXOS uns dem Theater Willy Praml.
Gefördert vom Kulturamt der Stadt Frankfurt und dem Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst.

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Rot oder Tot 2

Der Weltfrieden hat nichts mit Dir zu tun.

Die 60er Jahre.
Eine sozialistische Romeo & Julia -Erzählung. Ein Sohn, der vom eigenen Vater ins Gefängnis gebracht wird. Eine Tochter, die, als sie selbst ein Kind erwartet, mit ihrem Geliebten ins Gefängnis muss, weil sie ihren Mund aufgemacht hat. Ein Geliebter, der schon längst eine neue Liebe hat.

ROT ODER TOT ist immersives Theater als Gedankenexperiment zu kontrastierenden Verläufen von Geschichte.
Jede der fünf Folgen ist in einem Jahrzehnt der DDR situiert und ist ohne Vorkenntnisse der anderen Folgen besuchbar.

„Uns interessiert die DDR als Antithese. Uns interessieren die Dissident*innen, die sich an den Rändern, in Grauzonen aufgehalten und trotzdem Position bezogen haben.“

Die DDR, die Eleganz aus Reflex hier konstruieren, illustriert die Entwicklung einer sozialistischen und antifaschistischen Idee und einer systemischen Alternative zum Kapitalismus.

mit Nikolai Gonther, Andreas Jahncke, Magdalena Wabitsch und Philipp Scholtysik
Regie: Carolin Millner // Dramaturgie: Fee Römer //Bühne: Morgenstern&Wildegans // Kostüm: Maylin Habig // Film: Teresa Hoerl //Produktionsleitung: Anja Schneidereit
Eine Produktion von Eleganz aus Reflex in Kooperation mit studioNAXOS. Ermöglicht durch das Kulturamt Frankfurt am Main, der FAZIT-STIFTUNG, der HolgerKoppe Stiftung und flausen-young artists in residence.

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The Big Sleep

Ursprünglich war THE BIG SLEEP als ein Duo für eine Erwachsene und ein elfjähriges Mädchen geplant, aber eine Kinderärztin des französischen Arbeitsamtes stoppte mit ihren Bedenken das Projekt mitten im Probenprozess. THE BIG SLEEP ist jetzt ein Abend mit der Tänzerin und Performerin Helena de Laurens, die als hybrides Wesen das Gedächtnis ihrer ehemaligen Partnerin in sich trägt.
Ein zu großes Kind, das die Codes durcheinanderbringt. Vor allem aber ist es das Porträt eines elfjährigen Mädchens und das Vexierbild einer Frau in unserer Gesellschaft. Ein Abend über das Monströse und Obszöne. Zur Freiheit. Zum Spaß und Spiel.

Konzeption, Text: Marion Siéfert
Künstlerische und choreographische Mitarbeit, Performance: Helena de Laurens
Mit der Mitwirkung von: Jeanne
Bühnenbild & Regieassistanz: Marine Brosse
Licht: Marie-Sol Kim, Juliette Romens Torres
Ton: Johannes van Bebber
Kostüm: Valentine Solé
Administration: Sandra Orain

Produktion: Ziferte Productions
Delegierte Produktion Théâtre de La Commune – Aubervilliers, Centre dramatique national

Mit der Unterstützung von studioNAXOS (Francfort), Théâtre Nanterre Amandiers, Ménagerie de verre dans le cadre du Studiolab, Centquatre dans le cadre de la résidence d’essai, CND – mise à disposition de studio, Kulturamt Frankfurt, Hessische Theaterakademie, Kulturamt Gießen, Gießener Hochschule Gesellschaft, Asta der Justus Liebig Universität Gießen, Université Paris Ouest Nanterre La Défense, Deutsch-Französisches Jugendwerk und Mairie de Chevaline.

Herzlichen Dank an Matthieu Bareyre, Esmé Planchon, Matthias Schönijahn, Emmanuel, Stéphanie und Marie-Do.

Die Natur der Kinder- oder wie wir eure Herzen treffen

Über kein Lebewesen verfassten Wissenschaftler mehr Texte als über diese kleine, fast überall auf der Welt anzutreffende Spezies: das Kind. Aber wie verhält es sich? Wie sollten wir ihm begegnen und woraus besteht das viel gepriesene Eigene dieses Wesens? Wir haben Kinderexperten befragt – vom Arzt über diverse Pädagogen bis hin zum Clown. Entstanden ist ein vielstimmiges Sammelsurium aus den kundigen Meinungen der Erwachsenen. Die Inszenierung überlässt dieses Kaleidoskop aus Fachberichten nun jenen zur Überprüfung, die es am meisten betrifft und die ihrerseits Experten des Imitierens und Aneignens sind: Sieben Kinder begehen in einer Nummernrevue ein Fest der Nachahmung. Ein Ritual, bei dem die Kinder zu Wiederkäuern der Expertenmeinungen werden, zu Imitatoren ihrer Vor-Bilder, um sich in die funkelnden Bruchstücke der Erwachsenen-Matrix einzunisten und darin ihre eigene Expertise zu entwickeln.

DIE NATUR DER KINDER ist Kindertheater für Erwachsene, eine performative Studie von und zum ,Eigenen‘ der Kinder und der Versuch, dabei Grenzen zwischen dem Kind- und Erwachsen-Sein auszuloten.

Konzept & Regie: Meret Kiderlen & Kim Willems
Video: Charlotte Boesling
Bühne: Charlotte Boesling, Meret Kiderlen & Kim Willems
Produktionsassistenz: Ines Wuttke
Kinderbetreuung: Saskia Becker

Von und mit: Emilia von der Malsburg, Emil Akhand, Greta Knorr, Moritz Pfaff,
Pia Ackfeld, Sarah Mangels, Tilmann Haider.

Dank an: Jan Deck, Petra Ott, Tobias Szuwert, Johanna Debes, Matthäus Walter, Suze Barett, Falko Schnelle & Salvatore Geraci.

DIE NATUR DER KINDER oder Wie wir eure Herzen treffen wurde gefördert durch:
Kulturamt Frankfurt am Main
Hessisches Ministerium für Wissenschaft und Kunst
& mit freundlicher Unterstützung durch das Tanz-Studio Johanna Knorr

Herakles Wiederkehr oder der Tod des weißen Mannes

nach einem Text von Heiner Müller

Die geschlechtsreifen Männer kehren zurück nach Naxos. Aus einem Krieg, in den Sie als Helden gezogen sind. Die Geliebten haben früher immer geweint, wenn sie sie ziehen lassen mussten. „ACH BLEIB BEI MIR UND GEH NICHT FORT AN MEINEM HERZEN IST DER SCHÖNSTE ORT.“ Sie sind es, die die Versammlung einberufen und als die Gebliebenen die Verweigerung des Wiederaufbaus verkünden.

Mit: Annekatrin Kiesel, Annemarie Falkenhain, Gal Fefferman, Sam Michelson
Regie/Bühne: Simon Möllendorf
Dramaturgie: Caroline Rohmer
Assistenz und Produktionsleitung: Carmen Salinas

Gefördert vom Kulturamt der Stadt Frankfurt und dem Land Hessen.

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Rot oder Tot 1

Der sterbende Kapitalismus kann uns nicht täuschen. Auch wenn er uns in Sonntagskleidern begegnet. Sein Zusammenbruch ist nur noch eine Frage der Zeit. Auch unserer. Die Koffer sind so schwer.

Die Kulisse einer Küche. Ein Zimmer im Schriftstellerheim. Eine Fabrikhalle, eine Straße. Der Westen im Foyer. In „rot oder tot“ erzählt Carolin Millner mit ihrer Gruppe Eleganz aus Reflex die Geschichte einer Gesellschaft, die aufbrach, eine andere zu werden. Nicht die Geschichte eines Wiederaufbaus, sondern eines Neuanfangs, getragen von Arbeiter*innen und Künstler*innen, von denen viele jüdische Remigranten waren. „Rot oder tot“ zeigt einen Ausschnitt, ein Spielfeld des Realsozialismus, jeder Spielzug eine Entscheidung mit Folgen. Der Versuch einer Antwort auf die Frage: Wenn man noch einmal von vorne anfangen könnte, wie würde man entscheiden?

Wir mögen das Land nicht, wie es war, sondern wie es hätte werden können. Ein Versuch.

mit: Andreas Jahncke, Magdalena Wabitsch, Florian Mania, Anna Rausch, Oliver Konietzny, Bettina Földesi, Sam Michelson, Philipp Scholtysik
Regie: Carolin Millner
Dramaturgie: Fee Römer
Choreographie: Bettina Földesi
Bühne: Morgenstern & Wildegans
Kostüm: Maylin Habig
Film: Teresa Hoerl
Musik: Jens Eichler & Marc Petri
Bühnenbildassistenz: Christoph Hühn
Kostümassistenz: Ina Trenk

Die Produktion entstand in Kooperation mit studioNAXOS. Ermöglicht wird das Projekt durch das Kulturamt Frankfurt am Main, dem Ministerium für Kunst und Wissenschaft des Landes Hessen, der Stiftung der Nassauischen Sparkasse, der Holger Koppe-Stiftung und flausen-young artists in residence.

Nashörner

Die Nashörner

„Wenn Nacktheit die Scham ablegt, dann tut sie dem Hinsehen etwas an, dann macht sie das Hinsehen schwer erträglich.“

(Hans Joachim Müller über Olympia von Éduard Manet.)

Ionesco’s Nashörner waren seit der Uraufführung von 1959 Nazis, Kommunisten, Massenmenschen, vor allem aber waren sie nie da. Ständig wird über sie gesprochen, scheinen sie der Verursacher von Zerstörung, Hysterie und letztendlich dem Ende der menschlichen Geschichte zu sein. Dennoch wird das Stück von einer spürbaren Sehnsucht nach dem Nashorn als Nashorn durchzogen. Seine Körperlichkeit und Wildheit weckt das Verlangen der Menschen und treibt sie dazu, sich selbst verwandeln zu wollen.

In ihrer Abschlussinszenierung geht die Regiestudentin Sophia Stürmer mit ihrem Team diesem Begehren nach und fragt, was es heute heißen kann, Nashorn zu sein und wie sich das mit dem Recht und der Forderung nach einem “anders sein” verbinden lässt. Eine Suche bei der Mensch und Tier zu Kippbildern werden und jede Form ihrer Annäherung immer schon eine Grenzüberschreitung darstellt.

mit: Katharina Wittenbrink, Robert Will, Anne Kapsner, Richard Oberscheven
Regie: Sophia: Stürmer
Dramaturgie: Björn Fischer
Kostüm- und Bühnenbild: Maylin Habig
Sounddesign: Richard Millig
Lichtkonzept: Meike Weigel
Produktionsleitung: Emilia Schmidt
Projektbetreuung: Daniel Schauf

Ein Projekt der HfMDK Frankfurt in Zusammenarbeit mit studioNAXOS gefördert von der Hessischen Theaterakademie.

Stereo-Talk

»Ich würde gern die Zeit anhalten, denn die Ereignisse haben vor dem Verstehen einen Vorsprung. Eine Geschichte kann nicht von zwei Menschen handeln. Eine Geschichte kann nicht von zwei Welten handeln. Eine Geschichte kann nicht von zwei Klassen handeln. Denn zwei ist schon die Totalität. Ich habe mit dem Fotografieren angefangen, ein Bild ist übrigens zu wenig. Man muss von allem zwei Bilder machen.« [ Harun Farocki. Zwischen Zwei Kriegen ]

Ein Vortrag mit zwei Bildern. Ein Vortrag über zwei Bilder, die das Sehen eines dritten Bildes versprechen. Das Stereo Bild imitiert das Sehen mit zwei Augen. Es imitiert Tiefenwahrnehmung.
Ein Archiv wird vorgestellt. Das Archiv enthält jeweils zwei Bilder vom wichtigsten Tagesereignis der Welt und der Sonne.

Von/mit: Helen Brecht (Konzept, Text, Regie) === Ivo Eichhorn (Performance) === Tanja Kodlin (Raumgestaltung) === Kristin Gerwien (Sound/Musik) === Patrick Faurot (Voice of NASA) === Carolin Millner / Janina Arendt (Projektbegleitung)

Es wird gewesen sein

Anfang 2016 eröffnet das Museum Frieder Burda die Ausstellung GERHARD RICHTER.BIRKENAU. Das besondere an Richters Bildern: es sind abstrakte Bilder, hervorgegangen aus Übermalungen von Fotos, die ursprünglich als Beweisfotos für die Massenvernichtung durch die Nationalsozialisten in Auschwitz-Birkenau geschossen wurden.
In ES WIRD GEWESEN SEIN führen 6 Jugendliche zwischen 13 und 18 Jahren ein Bildergespräch über die Birkenau-Bilder von Gerhard Richter. Kann ein abstraktes Bild ein Zeugnis für etwas sein? Was erwarten wir von einem Bild über Auschwitz? Und welche Form, welche Bilder brauchen wir für die Erinnerung der Zukunft?
Von und mit Anne Groß, Dami Adeniyi, Lilian Strub, Neala Patterson Paula Weihrauch, Solveig Kolletzki.
Konzeption: Daniel Schauf, Bettina Földesi | Regie: Daniel Schauf | Regie-Assitenz: Karlotta Hölzlwimmer
Eine Produktion von DRITTMITTEL PRODUKTIONEN und studioNAXOS.

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MENGE

„Ich habe das Wasser gesehen, und mein Gesicht war im Wasser. Ich bin ins Wasser gestiegen. Ich war Wasser. Es wurde Winter und die Grenze zwischen Land und Wasser verschwand. Alle Grenzen verschwanden im Weiß. Ich habe gesehen, wie die Grenzen im Weiß weiß werden.“
Die Menge vergreift sich an allgemein etablierten Distanzen, die für alle sichtbar sind und überall gelten. – Nachbarn sein. Ohne Helden und Hierarchien. Sich anschließen, abtauchen, geschützt sein, schuldig sein, loslösen an den Rändern.

Performance: Annemarie Falkenhain, Gal Fefferman, Bettina Földesi, Sam Michelson
Regie: Simon Möllendorf
Dramaturgie: Caroline Rohmer
Raum: Lin Nan Zhang
Regieassistenz: Angelina Stross

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Abschlussinszenierung

Jan Philipp Stange inszeniert seinen Abschluss an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst. Von und mit Juliana Cuellar Parra, Leonhard Dering, Jakob Engel, Josephine Hans, Shayan Horiat, Ranim Al Malat, Jonathan Penca, Willy Praml, Thea Philine Richter, Hannes Schäfer, Annegret Schlegel, Johannes Schmidt, Friederike Thielmann uvm.

Im Rahmen des Kongresses „Theater als Kritik“ der Gesellschaft für Theaterwissenschaft

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Combina

In 2015 begehen Deutschland und Israel das 50-jährige Jubiläum der Wiederaufnahme diplomatischer Beziehungen. Der Dialog zwischen beiden Ländern und Kulturen, überschattet von einer gemeinsamen Erinnerung an die Geschichte, ist dabei von politischen Interessen und Staatsräson geprägt. Deutsch-israelische Politik zielt mit ihren symbolträchtigen Inszenierungen auf ständigen Konsens ab und klammert dadurch unfreiwillig Nachfragen und Zweifel aus. Die Performance „Combina“ fragt nach einem Möglichkeitsraum für das Scheitern, für Fehler, für andere Geschichten. Drei Israelis und zwei Deutsche setzen ihren künstlerischen Dialog mit dem „Messingkauf“ von Bertolt Brecht in Szene. Was bleibt jenseits der großen Reden und Gesten? Und was zeigen Rede und Gestus, wenn sie im Theater erscheinen? Und was erscheint, wenn das Theater erscheint?

Deutsch, Hebräisch und Englisch mit deutschen Untertiteln.

Von: Nir Shauloff und Jan Philipp Stange | Dramaturgin: Adi Chawin | Philosoph: Heiko Stubenrauch | Bühne: Sagie Azoulay

Eine Produktion der Ruhrtriennale in Zusammenarbeit mit dem Ringlokschuppen Ruhr und studioNAXOS mit Unterstützung der Allianz Kulturstiftung.

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Die Leiden der jungen Wörter

„Wilhelm, was ist unserem Herzen die Welt ohne Liebe! Was eine Zauberlaterne ist ohne Licht! Kaum bringst du das Lämpchen hinein, so scheinen dir die buntesten Bilder an deine weiße Wand! Und wenn’s nichts wäre als das, als vorübergehende Phantome, so macht’s doch immer unser Glück, wenn wir wie frische Jungen davor stehen und uns über die Wunder-erscheinungen entzücken.“

Roland Barthes kündigt sein Buch Fragmente einer Sprache der Liebe mit folgendem Versprechen an: „Der Diskurs hat seine Hauptperson zurückbekommen, das ICH.“ Sein häufigstes Beispiel: Goethes Werther. Zwischen R’n’B, Lichtspiel und unmittelbarem, performativem Sprechen seziert die Gruppe vorschlag:hammer Die Leiden des jungen Werther, forscht nach Figuren möglicher Gefühlsäußerung und einer Erweiterung durch das Theater abseits des literarischen Texts. Was ist also ein möglicher Ausdruck moderner Subjektivität und Gefühligkeit? In welchen dem Theater möglichen Sprachen kann wie über Gefühle und Leidenschaften verhandelt werden?

Von und mit: Kristofer Gudmundsson, Frieder Hepting, Gesine Hohmann, Stephan Stock | Lichtcoaching: Andreas Greiner, Raul Walch | Produktionsleitung: Juliane Hahn

Eine Koproduktion von vorschlag:hammer mit dem Ringlokschuppen Ruhr in Kooperation mit dem Ballhaus Ost | Gefördert durch das Niedersächsische Ministerium für Wissenschaft und Kultur, die Stiftung Niedersachsen, die Kunststiftung NRW und die Eberhard Stiftung.

Im Rahmen der Goethe Festwoche der Stadt Frankfurt am Main.

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Muttersprache מאַמע-לאָשן

Lin, Clara, Rahel. Großmutter, Mutter, Enkeltochter. Drei Generationen und dazwischen das Vergangene, das nicht vergangen ist und eine Liebe, die immer eine Zumutung bleibt. Zwischen Emanzipation und Restauration, völliger Assimilation und Rückkehr zu einer verdrängten und zugeschütteten Identität, suchen die Frauen nach einem Wort für sich. Frau? Jüdin? Kommunistin? Deutsche? Atheistin? Lipstick Lesbian? Kosmo-
politin? Eine Begegnung, die so nie stattfand. Eine Familie, in der Widersprüche Hoffnungen sind.

Mit Sophie Pfennigstorf, Annemarie Falkenhain, Gabriele Nickolmann | Regie: Carolin Millner | Text: Sasha Marianna Salzmann | Dramaturgie: Tatjana Kijaniza | Bühne: Nils Wildegans | Kostüm: Maylin Habig | Musik: Marcus Morgenstern, Nils Wildegans | Bühnenbildassistenz: Liselotte Herms | Aufführungsrechte: Verlag der Autoren, Frankfurt am Main

Gefördert durch die Stiftung maecenia.

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Strategien begrenzter Beunruhigung für ein weiterhin beruhigtes Leben

Der Künstler Malte Scholz kommt nach drei Tagen Harz-Urlaub zurück nach Frankfurt. Unbekannte sind in sein Atelier eingedrungen und haben eine Serie von Selbstportraits schwarz übermalt. Er findet ein anonymes Bekennerschreiben, das die Tat zu begründen versucht. Der Künstler verständigt die Polizei, diese kann aber keine Einbruchsspuren feststellen. Stattdessen setzt sie den Fall in Verbindung mit der Brandstiftung in einem hessischen Sägewerk, zu der sich die Identitäre Bewegung, eine neurechte Gruppierung, bekannt hat.
Nachdem sich dieses Bekenntnis als Fälschung erweist, stellt die Polizei die Ermittlungen ein. Auf eigene Faust ermittelt der Künstler weiter. Die Begegnung mit einem rechtsextremen Maler aus Chemnitz und einem ähnlichen Fall an der Kunstakademie Wien in den 90er Jahren zwingt ihn, das Verhältnis von Kunst und Politik in seiner Arbeit zu hinterfragen. Wer übermalte den Übermaler?

Regie: Daniel Schauf
Dramaturgie: Julia Schade
Performance: Malte Scholz,Philipp Scholtysik, Bettina Földesi u.a.
Video: Jonas Alsleben
Produktionsleitung:Toni Müßgens
Assistenz: Anja Schneidereit

Eine Drittmittel Produktion in Zusammenarbeit mit studioNAXOS.

www.drittmittelproduktionen.de

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Der 10. Juni 2016

“Die Tagesschau ist keine Sendung, sondern pure Gewohnheit. Die kann man auch in Latein verlesen.” (Helmut Thoma, ehem. Geschäftsführer RTL)

20 Uhr in Deutschland: 10 Mio. Menschen schalten ein zur beliebtesten deutschen Nachrichtensendung. Zeitgleich inszeniert “Der 10. Juni 2016” mit Live-Texten der Tagesschau die Nachrichten: die Tagesschau als Tages-Show. Dazu der Alltag eines Kleinstadt-Idylls. Zwischen Weltgeschehen und Lokalfernsehen, zwischen Wiederholung und Original entsteht ein rissiges Ritual, “in dem sich Musikbühne und Dokumentartheater zu einer Feier und Dekonstruktion zugleich eines der großen Medienmythen unserer Zeit zusammentun” (theater heute). Und am Ende das Wetter.

Video-Techno-Oper von und mit
Benjamin Bascom, Daniel Degeest, Jakob Engel, Gal Fefferman, Josephine Hans, Sabeth Lux, Jonathan Penca, Werner Schneider, Charlotte Simon, Astrid Smits, Jan Philipp Stange, Julia Straßer, Heiko Stubenrauch und Nils Wildegans

Eine studioNAXOS-Produktion in Zusammenarbeit mit der HfMDK, der HTA und dem Körber-Studio.

STANDARDMAßNAHME Begegnungen mit dem Apparat

Der Apparat arbeitet: Die Scheinwerfer leuchten. Der Apparat arbeitet: Und verdunkelt die Zusammenhänge. Der Apparat nimmt dich in Gewahrsam: Lass‘ dir die Ordnung gefallen. Der Apparat braucht keine Zeugen, er handelt mit deinem Einverständnis. Hinter den Kulissen vollziehen die Züge ihre Bewegungen und greifen ein. Ist der Standard gesetzt, führt jede Maßnahme zu einer weiteren Maßnahme. Also doch wieder Furcht und Mitleid? Schutz und Rettung? Oder Recht und Gesetz?

Das Ereignis hat stattgefunden, hier findet die Wiederholung statt. Mit der Standardmaßnahme unternehmen Arty Chock jene gewisse unmögliche Möglichkeit, davon zu sprechen. Denn nichts zu vermögen, heißt noch lange nicht zu kapitulieren. Die Straßenszene: episch, möglicherweise.

Von & Mit: Fanti Baum, Anna Berger, Jos Diegel, Tim Schuster | Idee: Fanti Baum, Tim Schuster | Sound & Fallblattanzeige: Patrick Raddatz | Choreographische Beratung & Training: Lea Martini

Mitarbeit & Unterstützung: Leon Gabriel, Lisa Gehring, Moritz Gleditzsch, Sophie Osburg, Julia Schade, Frank Bossert (Musik)

Eine Produktion von Arty Chock in Zusammenarbeit mit studioNAXOS.
Gefördert vom Kulturamt Frankfurt.
Mit Unterstützung vom Künstlerhaus Mousonturm und dem Institut für Klangforschung.

https://artychock.wordpress.com/

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Glaube

Was nach dem Sterben ist und warum ich Angst davor habe kann ich nicht sagen. Ich kann nur daran glauben was passiert und wo ich mich befinde wenn es überhaupt noch ein Wo gibt. Wie sagen was nicht sichtbar und nicht beweisbar ist. Ich glaube, dass ich im Tod ewig fallen werde.

Regie: Simon Möllendorf | Dramaturgie: Caroline Rohmer | Bühne/Kostüm: Lin Nan Zhang | Regieassistenz: Angelina Stross | Bühnenbildassistenz: Carla-Luisa Reuter | Mit: Annemarie Falkenhain, Sam Michelson

studionaxos-wenn-ich-was-anders-machen-wuerde

Wenn ich was anderes machen würde, würde ich vielleicht nicht immer ans Geld denken

„du kannst dich hier mit allem betüddeln, du kannst ein flitterleben haben, wenn du willst, und das lenkt dich halt von bestimmten dingen ab, und das ist nötig, das braucht der mensch. und wenn er sich immer mit substanz beschäftigen muss und mit dem wesentlichen, ich glaube, dann wird man depressiv.

fehlt das tralala, bist du auf dich zurückgeworfen, und wenn du auf dich zurückgeworfen bist, dann musst du dich entscheiden, bist du jetzt ein schwein oder ein guter mensch. ein schwein kannst du aber nur sein, wenn du gut ausgehn kannst und alles, ein schwein in einer ordentlichkeit, in einer sauberkeit, das gibt es nicht. ein schwein kann nicht früh schlafen gehen. musste aber drüben. eigentlich. von daher muss man da nur ein guter mensch werden. das ist eine furchtbare idee. wahrscheinlich gibt es hier schöne haut und da schöne seelen.“ (Roland M. Schernikau)

Regie: Carolin Millner | Text: Felicia Zeller | Dramaturgie: Janina Zehle | Bühne/Kostüm: Elena Herold | Video: Merlin Heidenreich, Timon Osche | Spieler*innen: Anabel Möbius, Ines Schiller, Oliver Konietzny | Organisation: Sofie-Charlotte ten Brink

Gefördert vom Kulturamt Frankfurt.