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Wenn ich was anderes machen würde, würde ich vielleicht nicht immer ans Geld denken

„du kannst dich hier mit allem betüddeln, du kannst ein flitterleben haben, wenn du willst, und das lenkt dich halt von bestimmten dingen ab, und das ist nötig, das braucht der mensch. und wenn er sich immer mit substanz beschäftigen muss und mit dem wesentlichen, ich glaube, dann wird man depressiv.

fehlt das tralala, bist du auf dich zurückgeworfen, und wenn du auf dich zurückgeworfen bist, dann musst du dich entscheiden, bist du jetzt ein schwein oder ein guter mensch. ein schwein kannst du aber nur sein, wenn du gut ausgehn kannst und alles, ein schwein in einer ordentlichkeit, in einer sauberkeit, das gibt es nicht. ein schwein kann nicht früh schlafen gehen. musste aber drüben. eigentlich. von daher muss man da nur ein guter mensch werden. das ist eine furchtbare idee. wahrscheinlich gibt es hier schöne haut und da schöne seelen.“ (Roland M. Schernikau)

Regie: Carolin Millner | Text: Felicia Zeller | Dramaturgie: Janina Zehle | Bühne/Kostüm: Elena Herold | Video: Merlin Heidenreich, Timon Osche | Spieler*innen: Anabel Möbius, Ines Schiller, Oliver Konietzny | Organisation: Sofie-Charlotte ten Brink

Gefördert vom Kulturamt Frankfurt.

Schlagzeug (AT)

„Wir sind ja nicht mehr Rock ’n’ Roll.“ „Nee. Wir sind schon meta.“
Mit 16 beginnt jeder Gitarre zu spielen. Viele, die nicht nach einer Woche aus lauter Frust aufgeben, geben nach zwei Wochen aus lauter Frust auf. Aber die, die dran bleiben, geben erst nach einem halben Jahr auf oder werden so mittelgut. Und einige wenige – einige wenige – verändern eine Generation. Für die singt dann der Chor der Millionen, in diesem Stadion, das zu meinem Wohnzimmer geworden ist. Und gerne würden wir auch da oben stehen. Doch dafür ist es jetzt wohl zu spät. Und so fragen sich die beiden Helden dieses Abends gar nicht erst, warum sie es nicht geschafft haben. Vielleicht sind wir nicht gut genug für die großen Hallen – und vielleicht hapert es auch an der Optik. Aber für einen gelebten Traum reicht es allemal. Schließlich machen wir Theater. Also noch mal das volle Programm – kurz vor dem Ende der Popmusik. Was kann ein Lied? Warum immer wieder Liebe? Wer steht da oben? Wer da unten? Und hat das irgendwas mit Politik zu tun?

„SCHLAGZEUG (AT)“, eine Rock-Oper für ein Schrottschlagzeug und einen beweglichen Keyboard-Wagen. Ein mittelguter Musikabend.

Ein Projekt von und mit der Gruppe FUX (Nele Stuhler, Stephan Dorn und Falk Rößler)

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Falls diese Vorstellung beibehalten wird

Stellen Sie sich vor, irgendwer hört dem zu, wie Sie selbst irgend etwas erzählen und wie Sie selbst oder irgendwer zuhört, während Sie selbst oder irgendwer irgendetwas erzählt.
Das ist es, wie das Leben gelebt wird, die Art, das ist es, was einen jeden zu dem macht, der er ist, was er ist, selbstverständlich bewirkt es das, denken Sie bloß an Ihr Leben, wie es wirklich ist. Sie hören immer jemandem zu und Sie erzählen immer jemandem oder irgendwem etwas. Das ist Leben, die Art, wie es gelebt wird.

Ein Projekt von Daniel Schauf, Carolin Millner, Philipp Scholtysik, Bettina Földesi, Nils Wildegans, Maylin Habig (Kostüm), Hendrik Borowski, Hannah Brown (Assistenz), Jost von Harleßem (Video).

Zwofadolei*

Eine Zwofadolei ist ein Zweifamilienhaus mit Doppelleitung. Im Niddatal stehen viele davon.
Sie wurden gebaut für Personen am Existenzminimum und andere neue Menschen die unterwegs waren in eine neue Ära. Eine neue Ära der Gemeinsamkeit und Menschlichkeit. In ein neues Leben voll von Licht, Luft und Sonne, wo Variabilität noch die Gefahr von Anarchie in sich birgt.

Eleonora Herder, Sabine Born und Anna Schewelew machen sich 90 Jahre nach der Planung des „NeuenFrankfurts“ auf die Suche nach diesem neue Frankfurter. Sie besuchen ihn in den Einfamilienhäusern der Römerstadt und den Sozialwohnungen von Westhausen. Sie treffen Personen, die in Ernst Mays Gebäuden zum Teil schon seit Generationen wohnen und untersuchen, wie viel von Ernst Mays Modellelben sich in den Bewohnern seiner Häuser noch wiederfindet.

Konzept und Leitung: Eleonora Herder
Dramaturgie: Anna Schewelew
Bühnenbild: Sabine Born
Performance: Eleonora Herder & Maria Isabel Hagen
Interface: zentralwerkstatt / Fabian Offert

2_7D-Wir-gehen-in-die-Berge-um-zu-schweigen-und-zeichnen-Karten-um-uns-zu-verirren(Credit-Lin-Nan-Zhang)

2,7 D Wir gehen in die Berge um zu schweigen und zeichnen Karten um uns zu verirren

1967 geht Fernand Deligny mit eine Gruppe autistischer Kinder in die Cevennen.
Wie eine Gesellschaft von Partisanen leben sie als Netz verstreut in der Einsamkeit der Berge, jenseits des Systems der Institutionen und der Sprache, deren Mechanismen uns nicht nur glauben lassen, wir könnten einander nahe sein, sondern auch Machtstrukturen zwischen „Ich“ und „Du“ etablieren und aufrechterhalten.
Welche Brüche menschlicher Konstitutionen von Subjekt und Gemeinschaft werden im Schweigen offenbar? Welchen Abgrund überdeckt die Sprache und welche revolutionäre Sprengkraft steckt in ihrer Verweigerung?

Regie: Simon Möllendorf
Dramaturgie: Caroline Rohmer
Bühne, Kostüm, Video: Lin Nan Zhang
Mit: Annemarie Falkenhain, Sam Michelson

Glasaugenblicke aus dem Wald heraus

Wenn er die Augen schließt, sieht er die Stadt. /
Die Steppe blickt aus ihm, wenn er sie aufschlägt.

Das große ROM, Wiege unserer Welt: Titus Andronicus kehrt vom Krieg gegen die fremden Goten zurück. Die Gefangenen werden verfüttert an die Zivilisationsmaschine ROM, denn das Reich, gebaut auf den Toten, soll fortbestehen. Doch die Goten wollen so einfach nicht untergehen. Über Shakespeares brutalster aller Rachetragödien thront als ‚unheilbare Wunde’ Lavinia, die vergewaltigte Tochter von Titus, ihre Zunge und Arme abgeschnitten. Sie ist das unsichtbare Kunstwerk, das schwarze Loch, das ROM ins Nichts weist.

Mit Shakespeares Groteske – weithin bekannt als sein schlechtestes Stück – und Heiner Müllers ANATOMIE TITUS wagen wir einen Blick auf das grausame Fundament unserer Zivilisation. An der Schwelle zwischen Tanz und Theater, Wachen und Traum, Mensch und Tier blicken uns Glasaugen an, die vielleicht unsere eigenen sind. Sieh Markus, ach, schau sie an!

Schauspiel: Johanna Franke, Lili Ullrich, Oliver Lau
Tanz: Orla McCarthy, Finn Lakeberg, Max Schumacher
Musik: Carlo Eisenmann, Jakob Fritz
Regie: Jan Philipp Stange
Bühne: Laura Robert
Dramaturgie: Björn Fischer
Komposition: Richard Millig
Kostüm: Juliana Cuellar Parra
Ausstattung: Anja Schäfer, Wiebke Schmitt
Regieassistenz: Baris Akman

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Guten Morgen du Schöne

– nach Protokollen von Maxie Wander

Ich frage mich manchmal: Was für eine Gesellschaft bauen wir eigentlich auf?

Was ich habe, will ich nicht verlieren, aber
wo ich bin, will ich nicht bleiben, aber
die ich liebe, will ich nicht verlassen, aber
die ich kenne, will ich nicht mehr sehen, aber
wo ich lebe, da will ich nicht sterben, aber
wo ich sterbe, da will ich nicht hin:
Bleiben will ich, wo ich nie gewesen bin.
– Thomas Brasch

„Mich interessiert, wie Frauen ihre Geschichte erleben, wie sie sich ihre Geschichte vorstellen. Vielleicht ist dieses Buch nur zustande gekommen, weil ich zuhören wollte.“ – Maxie Wander

Mit: Philipp Engelhardt, Simone Müller, Sebastian Volk, Judith Zykan
Regie: Carolin Millner
Dramaturgie: Fee Römer
Bühne: Nils Wildegans
Kostüme: Maylin Habig
Organisation: Nina Koch