P – Szenisches Denkmal im Rahmen der Ausstellung


Mi, 30.09.2020
18:00 Uhr


Eine Veranstaltung der „Themenwoche gegen das Vergessen. Die Naxoshalle im Nationalsozialismus“.

Ein „P“ auf der Kleidung kennzeichnete die polnischen Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter im Dritten Reich. Damit sie sichtbar waren für alle. Damit sie die schlechtere Suppe bekamen. Damit sie nicht geimpft wurden. Damit sie nicht mit der Bahn fahren konnten. Damit sie nicht mit den Deutschen anbandeln sollten. Damit sie mal lernen sollten, was arbeiten heißt. Viele, die in der NAXOS-Union Zwangsarbeit leisten mussten, waren polnische Frauen. Das szenische Denkmal „P“ in und mit der Maschinenhalle auf NAXOS ist den Namenlosen gewidmet, die an diesem Ort gelitten haben, an dem wir heute Theater machen.

Theater Willy Praml
Konzept und Regie: Michael Weber
Mit: Hannah Bröder, Birgit Heuser, Anna Staab
Sprecherinnen: Asia Andrzejak, Urszula Chalupinski, Barbara Fokus, Marta Stegemann, Malgorzata Tarlowska-Buehl, Bozena Weiss
Maschinisten: Jakob Gail, Muawia Harb
Kostüme: Paula Kern
Licht und Ton: Simon Möllendorf, Nils Wildegans
Sprachaufnahme und Bearbeitung: Rebekka Waitz
Foto: Seweryn Zelazny

Reservierung für P bitte unten nach dem Text über die Ausstellung.

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AUSTELLUNG

Zwischen 1942 und 1945 mussten mehr als 700 Menschen bei der Firma Naxos-Union Zwangsarbeit leisten, die meisten von ihnen kamen aus der Sowjetunion. Es gibt kaum Selbstzeugnisse der Zwangsarbeiter*innen, die meisten Informationen stammen aus Dokumenten der Nationalsozialisten, die die bürokratische Verwaltung der Zwangsarbeit dokumentierten. In einer neuen Dauerausstellung in einem stillgelegten Aufzug treffen rekonstruierte Einzelschicksale auf die strukturelle Brutalität der Arbeitsbedingungen. Darüber hinaus wird die Arisierung der ursprünglich jüdischen Firma aufgearbeitet, am Beispiel von Marie Pfungst: die Firmenchefin und engagierte Frauenrechtlerin wurde nach Theresienstadt deportiert, wo sie 1943 starb.

Von: Luise Besier, Jakob Engel, Björn Fischer, Freya Kurek und Susanne Thimm

Die Ausstellung ist immer zu den Themenwochen-Veranstaltungen geöffnet.

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