Goethe Festwoche

„Auf einem bestimmten, sicheren Platze steht der Mensch und hält sich alles, was ihm in die Nähe kommt, mit wirkungsvollen Rechtsgebärden vom Leibe. Alles Leben, wie er es kennt, ist auf Distanzen angelegt, das Haus, in dem er seinen Besitz und sich verschließt, die Stellung, die er bekleidet, der Rang, nach dem er strebt – alle dienen dazu, Abstände zu schaffen, zu festigen und zu vergrößern. (…) Nur alle zusammen können sich von ihren Distanzen befreien.“ (Elias Canetti: Masse und Macht)

Mit Teilnehmer*innen aus Frankfurt und Umgebung | Konzept, Regie: Simon Möllendorf, Daniel Schauf | Produktionsleitung: Caroline Rohmer

Nerve Collection
20 Uhr

Ein nachdenklich-pamphletisches Solo, eine Wanderung im Ist-Zustand. Caroline Creutzburg legt sich einen sensorischen Stachel zu, der ihre Empathien und ihre Intoleranzen dokumentiert. Dabei verhält sie sich wie ein Spion im eigenen Nervensystem: „Durch unauffälliges Vorgehen bleibe ich mir selbst unbemerkt und kann doch allen Details nachspüren. So stoße ich auf skurrile Landschaften, das immer gleiche Pumpen der Agressionsadern, längst überholte Moralprinzipien und uralte, heilige Auto-Bio-Materie.“ Begleitet von Songs und Kostümen werden die Funde wie in einem Spoken-Word-Album zu einem Text angeordnet.

Konzept, Performance: Caroline Creutzburg | Technik: Rahel Kesselring

Speaker Swinging
21:30 Uhr

Eine Konzertperformance mit bildhauerischen, installativen und performativen Aspekten „wegen der Körperlichkeit der schwingenden Boxen und weil dazu Schweiß, Schwerstarbeit und Sturheit erforderlich sind.“
(Gordon Monahan)

Klangregie, Künstlerische Leitung: Tobias Hagedorn |
Performance: Hendrik Hebben, Magdalena Dzeco u.a.

In Kooperation mit dem Institut für zeitgenössische Musik IzM der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Frankfurt am Main.

TALK.TALK.
22 Uhr

we really don’t want to tell you anything. and it’s not enough if you just listen. we talk. you talk. talk.talk. repeat.

TALK.TALK. uses this mechanism, testing out the impact of collective repetition on a group. The two performers are hosting the evening and lead the audience through a parcours of words and sounds making up promises, everyday dialogue, speech acts, onomatopoetic words and games of whisper, seeking to build a community with and by voices.
At all times the performance follows one basic rule: Everything that is being said needs to be repeated by everyone else. Once the repetition stops, the performance will also stop.

Konzept, Performance: Romuald Krężel, Emmilou Rößling